Namaste, du wundervolles Wesen!

Ich stehe vor dem Spiegel und bin zufrieden. Ein Satz, den man selten von einer Frau hört. Ein Satz, der vor nur einem Jahr noch ganz anders gelautet hätte. Etwa so: Ich stehe vor dem Spiegel und sehe eine leicht gekrümmte Nase mit leichtem Höcker, Pickel und Pickelnarben, schiefe Zähne, ein leicht hängendes Augenlied und kurze Wimpern, unsymmetrische, dünne Augenbrauen, glänzende bis fettige Haut, schmale Lippen, platte Wangenknochen, viel zu wenige und feine, brüchige Haare, dafür zu viel Körperbehaarung, eine flache Brust, einen komischen Bauch, breite Hüften und keine Sanduhr-Taille, einen delligen, flachen Hintern obwohl ich doch so schlank bin, zu große Füße, hässliche Zehen – meine Unterschenkel, Hände und Ohren sind immerhin ganz ok. Diese Liste ist kein Scherz, sondern sie gibt tatsächlich alles wieder, was ich noch vor einem Jahr als optimierungsbedürftig (nicht unbedingt als hässlich) empfand. All die vermeintlichen Mängel haben sich in diesem einen Jahr nicht etwa in Luft aufgelöst oder sind vom Chirurgen behoben worden, sondern wurden durch positive Affirmationen, „das bin ich und ich bin schön!“, ersetzt. Im Rahmen meiner kleinen persönlichen Selbstliebe Expedition lernte ich, mich so zu akzeptieren, wie ich bin und zufrieden zu sein mit meinem Werkzeug namens Körper, das mir ermöglicht, diese Welt zu erkunden. Meine Antwort auf die Frage „Bin ich schön“? JA!

Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Buddha

Ich glaube vielen da draußen geht es wie meinem früheren Ich. Millionen wunderschöne Männer, Frauen und diejenigen, die sich zwischen den Geschlechtern irgendwo einsortieren, nicht zufrieden mit sich, obwohl sie doch schön sind. Überall wird an sich herumbemängelt und Körpermodifikation betrieben, sei es durch Eingriffe oder weniger krasse Maßnahmen wie Haare färben, künstliche Nägel und Wimpern, Extensions, lagenweise Makeup oder schlichtweg übertriebener Sport und hirnrissige Diäten. All das nicht unbedingt, weil sie das unbedingt und freiwillig so wollen, sondern eher um einer fragwürdigen „Norm“ zu entsprechen. Es ist nichts wirklich Neues, dass Social Media und Werbung unseren immerzu gierigen Selbsthass fleißig füttern. Ganz schön schlau, denn glücklichen Menschen kannst du nichts verkaufen. Daher setzt man uns unerreichbare, gephotoshoppte Erscheinungen vor, so perfekt, wie das beworbene Produkt verspricht uns zu machen, wenn wir es kaufen und benutzen. Glaub mir, ich hab das Jahre lang versucht und renn ich mit einem perfektionierenden real life Filter durch die Gegend? Nun ja, mein Spiegel lügt leider nicht. Es gibt kein Photoshop im wahren Leben.

Aber weißt du was? Diese imperfekte Reflektion da in meinem Spiegel, das bin ich!

Ich, ungeschminkt

 

Meine Eltern haben sich größte Mühe gegeben, ihre Gene so zu vermischen, dass ich dabei rauskomme. Eine weltweit einzigartige Mischung, die es kein zweites Mal auf diesem blauen Planeten gibt, und die Erfahrungen in meinem wundervollen Leben haben mich so geformt, physisch und mental, dass ich heute eine strahlende Frau im Spiegel sehe. Eine Frau voller Einzigartigkeiten, die sie niemals mit Fake-Lashes überkleben oder für ein Körperteil mit der Handschrift von Doktor XY-Schön hergeben würde. Die Inkarnation von Imperfektion und glücklich dabei – ein Graus für die Kosmetik- und Modehersteller 😉 Versteh mich nicht falsch, ich stehe nicht vor dem Spiegel und denke „Boah, dieser fette Pickel der Kategorie Mayonnaisespender auf dem Kinn macht mich so unglaublich attraktiv!“. Er sieht nach wie vor scheiße aus, aber es ist mir egal. Heute weiß ich, dass ich so viel mehr bin als nur meine Erscheinung und dass es immer etwas an mir geben wird, das nicht „perfekt“ ist. Was ist schon perfekt? Wozu also meine kostbare Zeit mit Sorge zu verschwenden, die vollkommen überflüssig ist. Es gibt so viel mehr auf dieser Welt, worum man sich Sorgen machen sollte und eine zu kleine Brust, Falten oder Pickel gehören ganz sicher nicht dazu.

Dieser Post ist übrigens durch die großartige Doku „Embrace“ („Umarmung“) inspiriert und ich wollte dir meine eigene Erfahrung zu dem Thema Schönheit und dem kritischen Umgang damit einmal aufzeigen. Es kommt schließlich einfach darauf an, wie wir uns selbst wahrnehmen wollen. Dazu habe ich die Bilder dieses Posts heute Morgen nach dem Aufstehen mit dem Selbstauslöser meiner Kamera aufgenommen und sie bewusst nicht bearbeitet (lediglich die Größe für das Internet optimiert). Ich bin mir auch bewusst, dass du jetzt vielleicht denkst „die hat ja gut reden, ist groß, schlank und sieht gut aus, das habe ich nicht!“. An dieser Stelle frag dich einmal, warum du dir selbst gegenüber so negativ eingestellt bist und du mich mit dieser Aussage sozusagen dafür verantwortlich machst. Warum vergleichst du dich? Du hast vermutlich etwas anderes Außergewöhnliches, was ich nicht habe. Etwas anderes, schönes.

Feier deine Einzigartigkeit, beginnend mit heute. Feier deine Schönheit. Feier dein Leben mit allen Höhen und Tiefen. Alles das bist du, du bist schön!

Ein Lächeln,

Miri


Namaste, you wonderful being!

I’m standing in front of the mirror and I’m content. A sentence which would have been like this a year ago. More like: I’m standing in front of a mirror and I see a bend nose with a small hump, pimples and pimple scars, crooked teeth,  a slightly hanging eyelid and short lashes, uneven thin eyebrows, oily and shiny skin, small lips, flat cheekbones, very few and thin brittle hair, but too much bodyhair, a flat chest, a weird stomach, broad hips but no hourglass shape, a bumpy flat butt although I’m very slim, big feet, ugly toes – at least my lower legs, ears and hands are okay. This list is not a joke rather than exactly what I thought that has to optimized (and not particularly ugly). All these flaws haven’t vanished within a year, nor got a surgeon get me rid of them. I simply replaced them by positive affirmations, “I am beautiful”. During my self-love expedition I learned to accept myself and to be content with my tool named body, which enables me to explore the world.

We are what we think. All that we are arises with our thoughts. With our thoughts, we make the world.

Buddha

I think many people feel the exact same as the previous me. Millions auf beautiful men, women and those within the genders are not content with themselves, although they are beautiful. There’s complains and body modifications everywhere, may it be surgery or more moderate adjustments like hair coloring, artificial nails and lashes, extensions, excessive usage of make up or simply exaggerated fitness and stupid diets. All of this in order to match a questionable “norm”. It’s not news that social media and ads feed our greedy self-hate continuously. That’s actually smart because happy people wouldn’t buy anything. Therefore, we’re confronted with unattainable, photoshopped images just as flawless as the advertised products promise to make us look like. Believe me, I’ve been trying this for years and do I walk around with a real life filter? Well, my mirror doesn’t lie. There is no Photoshop in real life. And do you know what? This imperfect reflection in the mirror, that’s me!

My parents tried so hard to mix their genes in a way that I was the result. A unique mix which can’t be found a second time on this blue planet. The experience of my wonderful life which transformed me, mentally and physically, to the shining woman I am today. A woman full of uniqueness who would never exchange this for fake lashes or for body parts with the handwriting of a surgeon on them. The incarnation of imperfection and happy – the thread of cosmetic and fashion industry 😉 Don’t get me wrong, I’m not standing in front of the mirror saying “Oh wow this fat pimple in the category ‘mayonnaise dispenser’ on my chin makes me look so hot!”. It still looks like shit but I don’t care anymore. Today I’m aware that I’m more than just my physical appearance and there’ll be always something which is not “perfect”. What’s perfect anyway? Why should I waste my precious time worrying? There’s so much more in the world worth which is worth worrying – small boobs, wrinkles or pimples are definitely not among these things.

This post has been inspired by the great documentation “Embrace” and I wanted to share my experience with the issue of beauty. All that matters is how we perceive ourselves. Furthermore, I’ve also taken this post’s images this morning after getting up. I used my camera’s self-timer and didn’t retouch anything on purpose (except for the image size). I am aware that you might think “Who is she to say such stuff? She’s tall, slim and pretty, I’m none of this!” Ask yourself why you are so harsh on yourself and why you’re actually blaming me for this. Why are you comparing yourself? You have something else which is unique and I don’t have it. Something different and beautiful.

Celebrate you uniqueness, starting today. Celebrate your life with all its ups and downs. This is all you, you are beautiful!

A smile,

Miri