Namaste und einen wundervollen Sonntag, du wundervolles Wesen!

Da bist du ja wieder, schön dich zu sehen 🙂 Wie versprochen, soll es heute darum gehen, wie ich mein Leben innerhalb von einem Jahr komplett umgekrempelt habe – zum Positiven, versteht sich – und zum Yoga gekommen bin.

Ich war immer ein lebhafter Mensch, mochte das gelegentlich nächtelange Feiern mit meinen Freunden und auch die dazugehörigen Drinks. Dass ich dabei den darauffolgenden Tag grundsätzlich verlor, war mir egal, solange der Abend zuvor, nennen wir es, erlebnisreich war. Zeitgleich war ich unsportlich und schon in der Schule immer einer der Letzten gewesen, die im Sportunterricht gewählt wurden. Ich war ein richtiger Sportloser (und bin auch heute noch weit davon entfernt, eine Sportskanone zu sein). Ein unzufriedener Sportloser, der sich in den vergangenen Jahren immerzu über seine Beziehungen definierte und sein gesamtes Sein vom Dasein anderer abhängig machte. Ich brauche vermutlich nicht zu erwähnen, dass ich nach meiner Rückkehr aus Los Angeles ziemlich lost war. Aber ich hatte ja das Feiern, von daher, halb so wild. Dachte ich.

Als ich 2015 nach Portugal reiste, wählte ich ein reines Mädelssurfcamp aus, um surfen zu lernen und das aus zwei Gründen: 1. Ich hatte einfach keinen Bock auf Männer um mich herum und 2. versprach ich mir eine geringere Blamage als Körperklaus unter meinesgleichen. In diesem Camp sollte ich außerdem das erste Mal mit Yoga in Kontakt kommen. Meine ersten Gehversuche auf dem Board und der Yogamatte waren, wie erwartet, ziemlich holprig, aber das erste Mal in meinem Leben empfand ich tiefe Freude bei der Ausübung von Sport. Das wollte ich weiter machen! Hatte mich bislang autogenes Training und Co noch zur Weißglut gebracht, belegte ich nun einen Meditationskurs an meiner Uni. So kam ich das erste Mal mit der Achtsamkeit in Berührung.

Kurz nachdem ich meine neue Passion gefunden hatte, änderte sich einiges. Von einem Tag auf den anderen stellte ich die gelegentlichen alkoholischen Getränke hier und da gänzlich ein und auch das Feiern wurde weniger und weniger. Stattdessen beschäftigte ich mich viel mit mir selbst, auf meinen Reisen und der Yogamatte, verliebte mich in ferne Länder und auch langsam wieder in mich selbst. Ich erkannte, wie viel ich in meinem Leben habe, für das ich dankbar sein konnte. Ich erkannte, dass ich das Glück immer im Äußeren das gesucht hatte, da ich es in mir nicht finden konnte. Ich wollte sein wie andere und verglich mich mit ihnen, aber vergas, wer ich selbst war. Ich war leer – gewesen. Durch die Achtsamkeit lernte ich, wieder auf mich selbst zu hören, Dinge ohne Bewertung zu betrachten und zu erkennen, was wichtig ist und was mir gut tut.

Zur gleichen Zeit, und ich weiß bis heute nicht, woran es lag, bekam ich eine furchtbar schreckliche Haut. Die Suche nach der Lösung meines pickeligen Problems hat mich viel Zeit und Geld gekostet. Zum Glück war mein Selbstbewusstsein mittlerweile so gestärkt, dass ich mich nicht völlig versteckt habe. Während meinen Recherchen stieß ich immer wieder über die vegane Ernährung als großer Helfer bei Hautproblemen. Da ich ohnehin als „Flexitarier“ (jemand der nur sehr selten und sehr selektiv Fleisch ist) mit Hang zum Vegetarischen unterwegs war, hatte ich bei der Umstellung keine Probleme. Gekocht und gebacken habe ich schon immer gerne, daher war das Ausprobieren all der neuen Sachen sehr interessant (und lecker!). Je länger ich mich mit dem Thema Veganismus beschäftigte, desto mehr manifestierten sich neue, ethische Überzeugungen in mir. Das Ganze leitete mich zuletzt über zum Minimalismus, denn ich begann auch mein Konsumverhalten kritisch zu betrachten. Ja, der ehemalige Shoppaholic, der süchtig nach neuen und oft auch teuren  Kleidungsstücken war, sortierte plötzlich aus, verschenkte, spendete, verkaufte fleißig – ohne neues Zeug anzuschleppen. Oder kaum. Und dann immer weniger. Wollte ich bislang mein Geld am liebsten im Kleider- und Schuhschrank sehen, investierte ich es nun in Reisen und damit buchstäblich in mich selbst. Die beste Entscheidung, die ich treffenen konnte.

Versteh mich nicht falsch, ich bin immer noch nicht biegsam wie die ganzen Gummiyogis auf Instagram, noch bin ich ein super Suferchick oder der ultimative Oberveganer und auch nicht der größte Minimalist, aber ich denke, ich befinde mich auf einem guten Weg. Auf diesem Weg nehme ich dich hier auf dem Blog mit. Bist du bereit?

Ein Lächeln,

Miri


Namaste and a lovely Sunday, you wonderful being!

Nice to see you again 🙂 As I promised, today’s post is going to be about how I changed my life within a year – positively of course – and how I got into yoga.

I’ve always been a lively person. I liked long nightouts and parties with my friends, including the compulsory drinks. And I didn’t care that I generally lost the day after, as long as the night had been a blast. At the same time, I’ve been unathletic and even back in school, I was always among those who got to be picked last at sports classes. I was a real sportloser (and I’m still far away from being a sports(wo)man). An unhappy sportloser who had defined herself through her relationships over the past years, who made her whole existence dependent on others. Needless to say that I was lost after I returned form LA. But no big deal, parties got my back. That’s what I thought.

When I went to Portugal in 2015, I chose a girls-only surf camp to learn how to surf. For two reasons: 1. I was tired of guys and 2. I thought, due to my lack of fitness, it would be less embarrassing to learn with other girls. In addition to that, I attended my first yoga class in this camp. Both my first steps, on the board and on the mat, weren’t of the most slender type but for the first time in my life I felt joy while being active. I wanted to pursue these kinds of sport! Furthermore, I also took meditation classes at my university although autogenic training had made me furious until then. This was the first time I got into the practice of mindfulness as well.

Many things changed shortly after I had found my new passion. I quit the occiasional drinking and even partying became less and less. I used the time gained for myself, on my journeys and on my yoga mat, fell in love with faraway countries and eventually with myself. I realized that there was so much in my life to be grateful for. I realized that I had been looking for happiness on the outside because I couldn’t find within myself. I always wanted to be like others and I compared myself to them, but I forgot who I actually was. I was empty – until then. Mindfulness taught me to listen to myself, to look at things without judging and to know what’s important and good for me.

At the same time, and I still don’t know why, my skin got really bad. The search for a solution of the acne problem cost a lot of time and money. Luckily, my self-esteem by then was strong enough to cope with this situation. During my research, I frequently came across a vegan diet as the key to solve skin issues. I’d been a “flexitarian” (someone who rarely and very selectively eats meat) with a vegetarian tendency anyway, so the shift wasn’t a big deal for me. Moreover, I’ve always loved to cook and bake and trying new stuff was super interesting for me (and yummi!). The more I read into the topic of veganism the more I adapted new ethical aspects. The whole thing eventually led me to minimalism because I also started questioning my own habits of consumption. Can you imagine? The previous shopaholic, addicted to new and expensive clothes, suddenly decluttered, gave away, donated and sold her stuff – without buying anything new. Or at least less. Increasingly less. Until this point in my life I wanted to have my money where I can see it: hanging in my closet. But now I started to invest it in travel and, hence, literally into myself. Best decision I could ever make.

Don’t get me wrong, I’m still not as flexible as all the rubberyogis on Instagram, I’m neither a super surf chick, an ultimate vegan, nor am I the greatest minimalist. But I think what matters most is: I’m on the right track. And on this blog I’ll take you with me on my journey. Are you ready?

 

A smile,

Miri

 

 

Thanks Malia Keana for the picture!

Der Titel dieses Posts ist übrigens von Tanita Romina’s Ebook „Über Laufstege und Yogamatten – zu mir“ inspiriert, zum einen, weil mir ihr Buch sehr gefallen hat, zum anderen, da ich mich teils sehr mit ihrer Geschichte identifizieren kann und weil ich sie generell sehr inspirierend finde.