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Von Manali aus ging es für uns 3 Tage später Richtung Leh, eine Kleinstadt in den Höhen der Berge Ladakhs auf etwa 3500m. Aufgrund der Beschaffenheit der Straßen und der Wetterverhältnisse, ist die Straße von Manali nach Leh nur von Juni bis Oktober passierbar. Man kann allerdings auch direkt nach Leh selbst fliegen (Achtung: beim Rückflug ist Handgepäck verboten! Laptoptaschen sind ok, der Rest muss ins Gepäck). Wir entschieden uns aber aus Kostengründen für den Bus.

Alles, was wir über die bevorstehende Busfahrt wussten war, dass uns tolle Aussichten geboten werden. Dass dieser Trip der gefährlichste meines Lebens werden sollte, war mir völlig unklar. Hier ein Logbuch für euch, inklusive Tipps für Leh.

 

Busfahrtlogbuch – Tag 1

Um 10 Uhr sollte der Bus an der gleichen Bushaltestelle losfahren, an der wir ein paar Tage zuvor angekommen waren. Natürlich verzögerte die Abfahrt nach Leh um die in Indien obligatorischen 15 Minuten. Es lagen 6 Stunden holprige Straßen, bzw. das, was davon übrig geblieben war, vor uns. Wir genossen den Anblick der bergigen Landschaft, die an uns vorbei zog. Die bunten Fähnchen überall und die neugierigen Menschen, die uns teilweise zuwinkten.

Hinter mir hatte ein Typ Platz genommen, dessen exorbitante Erkältung ihm eine beinahe Nahtoterfahrung ermöglichen sollte, während wir anderen beim Anblick der Abgründe neben unseres Busses auch unsere Leben an uns vorbeiziehen sahen.

Was wir nicht wussten: die Straße von Manali nach Leh gehört zu den gefährlichsten weltweit

Was wir nicht wussten: die Straße von Manali nach Leh gehört zu den gefährlichsten weltweit, der Rohtang-Pass ist bekannt für tödliche Unfälle und ist deswegen auch als „Corpse Valley“ bekannt – Tal der Leichen. Ich tröstete mich zu Anfang noch damit, dass man ja Überreste von Bussen oder LKWs im Tal sehen würde, wenn dort tatsächlich so viel passiert.

Um vier Uhr nachmittags hielten wir an einem recht spartanischen Hotel in Keylong, in dem wir die Nacht verbringen würden. Immerhin gab es einen Welcome-Tee, typisch indisches Abendessen als Buffet und einen Frühstückssnack zum Mitnehmen – alles im Busticketpreis inbegriffen. Die Fahrt sollte am nächsten Morgen bereits um 4 Uhr fortgesetzt werden.

Rothang Pass India

 

Busfahrtlogbuch – Tag 2

 

Nach quasi gar keinem Schlaf auf den feldbettartigen Gestellen betraten wir den Bus, welcher uns für die kommenden 15 Stunden beherbergen sollte. Toiletten wurden immer seltener während unserer Fahrt, manchmal gab es nur Löcher in der Erde und manchmal musste man kurzer Hand den gesamten Bus anhalten, um sich kurz dahinter zu erleichtern (da eh kaum Verkehr auf den holprigen, gefährlichen Straßen ist, ist das halb so wild).

Einige Leute hatten weitaus größere Probleme: so wurden die Toilettenpausen vermehrt zu Kotzpausen, auch während der Fahrt hingen ein paar Köpfe zum Rückwärtsessen aus den Fenstern. Es wurde wild spekuliert, ob der Nachtisch des Vorabends oder die kurvigen Straßen dafür verantwortlich waren. Das alles, während der nun mehr tot als lebendige Husten-Boy fröhlich seine Bazillen im Bus verteilte. Er sei mitgefahren, weil er am darauffolgenden Tag eine Wanderung gebucht hätte. Bis heute frage ich mich, wie verstrahlt man sein muss, um zu glauben, dass man mit einer Erkältung von einem anderen Stern in 3500+ m wandern gehen kann. Dank diesem Typen wurden übrigens mindestens 5 Urlaube versaut – unsere eigene Reise nach Leh inbegriffen, da ich natürlich richtig schön erkältet war, 2 Tage nach Ankunft. Zum Glück nicht ganz so heftig wie der Typ, aber das ist nur ein schwacher Trost.

Unterdes waren auch die ersten LKW-Wracks in den Schluchten zu erspähen, was alles andere als gut für mein Sicherheitsempfinden war. Als der Busfahrer dann auch noch an einer Baustelle ein riskantes Überholmanöver auf einer unbefestigten Straße direkt am Abgrund startete, bei dem der halbe Bus vor Angst fast starb und laut und hilflos „noooo!“ schrie, war’s völlig vorbei. Noch einmal runter auf 2500m und ganz hoch hinaus über 5100m und wir würden bald ankommen.

Rocks in the Himalayas

 

Endlich in Leh

 

Nach ewig langen 15 Stunden erreichten wir Leh völlig fertig. Schnell wurde uns allerdings ein positiver Aspekt der Horrorbusfahrt bewusst: man hat so etwas Zeit, sich an die dünne Luft in den Höhenlagen zu gewöhnen. Viele Reisende, die wir in unserer Unterkunft in Leh antrafen und die mit dem Flugzeug angereist waren, hatten Probleme mit Symptomen der Höhenkrankheit. Diese äußert sich meist durch Kopfschmerzen, schwerer Atmung und Übelkeit sowie Erbrechen, manchmal durch heftigere Symptome wie Lungenödeme. In den meisten Fällen hilft die Nutzung einer Sauerstoffmaske und Ruhe. Es gibt auch Tabletten, die man in Indien bekommt und 3 Tage vorher einnehmen kann. Wir haben keinerlei Vorkehrungen getroffen und es ging uns gut – bis auf meiner Blasenentzündung, die ich aus dem verregneten Manali mitgebracht hatte, und Husten-Boys Erbe, welches mir Probleme machte.

Daher beschränkten sich unsere Aktivitäten in Leh leider auf ein Minimum, obwohl wir u.a. Touren zum Padong See geplant hatten. In Leh selbst kann man nicht viel machen, außer zum alten Palast und Kloster hinaufkraxeln, sowie Souvenirs und Hippie-Schnickschnack kaufen. Dafür empfehle ich die tibetischen Flüchtlingsflohmärkte, wo du eine schöne Auswahl an Schmuck, Schals, Kunst und „Stehrümchen“ zu günstigen Preisen erstehen kannst (Handeln nicht vergessen!). Leider gab es kaum Variation zwischen den kleinen Märkten, sodass das Angebot überall gleich war.

Leh Ladakh India

Essen gibt es natürlich auch in Leh noch und nöcher. Das Beste und Authentischste haben wir bei Neha Snacks gegessen, einem kleinen, unscheinbaren Laden mit gerade einmal vier Tischen, der eine kleine, aber feine Auswahl typisch indischen Essens serviert. Ich brauche vermutlich nicht zu erwähnen, dass die Preise mal wieder unschlagbar günstig waren. Der Inhaber hat auch nichts dagegen einzuwenden, wenn man sich im Laden gegenüber ein Getränk kauft, das er nicht führt, um es im Restaurant (was mehr Imbiss-Charme hat) zu sich zu nehmen. Einfach mal nett fragen.

Eine weitere Empfehlung ist das Cafe Food Planet auf der Changspa Road. Dort kannst du auf der Dachterrasse entweder gemütlich am Boden sitzend Essen und Trinken oder ganz normal am Tisch. Wir kehrten dort an unserem letzten Abend ein und haben den letzten freien Tisch ergattert. Das Publikum dort ist durchaus touristisch, was aber auch die indischen Touristen impliziert. Das Essen war dennoch gut, obwohl der Service echt übel war (nur unser Kellner, die anderen schienen besser unterwegs zu sein). Auf Wunsch veganisiert der Koch die Speisen auch, was mir gut gefiel.

Wir haben an einem Tag einen Roller gemietet und sind damit bei angenehmen 25°C im Sonnenschein Richtung Alchi – ein kleiner Ort, der bekannt ist für sein buddhistisches Kloster, das bereits im 10. Jahrhundert erbaut wurde. Auf dem Weg dorthin fuhren wir an zwei weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei: Magnetic Hill, einem Berg, an dem Autos wie von magischer Hand hinaufgezogen werden, wenn man den Gang herausnimmt, und einer Flussgabelung, an der der Fluss Zanskar in den Indus mündet.

 


India Tales: Leh and the Horrorbustrip

From Manali we went to Leh Ladakh, a small town at an altitude of 3500m. The street which connects both places can only be passed between June and October due to the weather conditions and the streets. But you can also take a flight straight to Leh (caution: cabin bags are not allowed upon your depature! Laptop bags are ok). We chose the bus.

All we knew about the bus ride were the picturesque views. Little did we know that it would be the most dangerous ride of our lives. Here’s a log book and some Leh tips for you.

 

Day 1

The bus was supposed to depart at 10 am at the same bus stop where we had arrived a few days before. Of course we started with a delay. We were facing 6hrs on bumpy roads (or their remains). Yet we enjoyed the landscape with mountains passing by. There were colorful flags and curious people everywhere and some waved at us.

A guy was seated right behind me and his severe cold made him go through an almost near death experience. Meanwhile we feared our lives at the sight of the abyss right next to the bus. We didn’t know that the street from Manali to Leh is among the most dangerous ones worldwide. The Rohtang-Pass, also known as Corpse Valley, is known for deadly accidents. I calmed myself down that there weren’t any wrecks to be seen in the valley.

 

Day 2

We entered the bus at 4 a.m. after a very short night with nearly no sleep on the rough bed. This should be our place for the next 15 hrs. Toilets became more and more rare during the ride and sometimes there were only holes in the ground or you had to stop the whole bus to go pee on the street behind the bus (which wasn’t as bad as it sounds since there was hardly any traffic).

At 4pm we stopped at a rather basic hotel to spend the night. At least we were served a welcome tea, typical Indian dinner and a breakfast snack to take away – which was all included in the bus ticket. The journey should be continued at 4am the next day.

Some people turned their toilet breaks into puking breaks, even during the ride some stuck their heads out of the windows in order to eat backwards. The dessert of the previous dinner was suspected of having this impact on some. Meanwhile, the more dead than alive coughboy happily spread his bacillus through the bus. He had taken the bus because he had booked a trek for the next day. I’m still wondering how stupid one can be to believe that a trek at an altitude of 3500+ m with a cold from outta space is possible. Thanks to this guy 5 holidays have been ruined – including our trip to Leh because I got a cold just 2 days after our arrival. At least it wasn’t as bad as his cold, but still it restricted my active level.

Meanwhile we could spot some truck wrecks in the canyon which wasn’t good for my feeling of safety at all. Especially, when the bus driver decided to overtake on an unpaved road right next to the abyss half of the passengers yelled “noooo!” and was almost scared to death – including me. We had to head down to 2500m and then all the way up to 5100m and we should arrive soon.

 

Finally in Leh

We exhaustedly arrived in Leh after infinite 15hrs. But soon we would come across the positive aspects of the horror trip: it gives your body time to adapt to the thinning air. We met some travelers at our accommodation who had taken the plane to Leh and suffered from altitude sickness. This sickness often includes headache, heavy breathing, nausea and vomiting, sometimes the symptoms can be as severe as lung edemas. In most cases the usage of an oxygen mask and rest is all it takes to help. There are also pills which have to be taken 3 days in advance. We didn’t take any precautions and we had no issues – besides my bladder infaction from rainy Manali and coughboy’s heritage, which gave me some trouble.

Therefore, our activities in Leh were limited to a minimum although we planned trips e.g. to Padong Lake. There’s not much to do in Leh itself except for climbing up to the old monastery and palace, as well as souvenir and hippie stuff shopping. I recommend the Tibetan refugee markets for that purpose. They offer a lot of inexpensive jewelry, scarfs, art and deco (don’t forget to bargain!). Unfortunately, the items for sale were all the same since the markets don’t differ a lot.

Of course there is a lot of food in Leh as well. The most authentic and best one we had was at Neha Snacks, a small restaurant with only four tables. They serve a few meals of typical Indian food. Needless to say, the pricing was very cheap too. The owner doesn’t bother if you pick up something to drink from the shop next doors (if he doesn’t have it) to drink it at his place. Just ask politely.

Another recommendation is Cafe Food Planet on Changspa Road. On the rooftop terrace you can either sit on the floor or at a table. We went there on our last evening and got the last vacant table. The people there are tourists but that being said, this includes lots of Indian tourists as well. The food was good although the service was terrible (only our waiter, the other ones seemed to be better). I really liked that the cook also happily veganizes the food.

One day we rented a scooter and made our way to Alchi, a Buddhist monastery of the 10th century. On the way we passed two more sights: Magnetic Hill, where cars are being dragged uphill if they are parked without brakes, and a river merge of Zanskar and Indus.

 

 

Werbung: Die Hose, die ich auf dem Titelbild trage ist übrigens von Kamah Yoga & Style

Ad: The pants I’m wearing on the topmost picture is from Kamah Yoga & Style