Das neue Schuljahr hat vor einiger Zeit begonnen und ich, ich gebe Vollgas. Während ich wie eine Irre damit beschäftigt bin, mich in meinen Stunden gut vorbereitet und mit Methodenfreuerwerk zu präsentieren, was mir mal mehr und mal weniger gut gelingt, und blogge und meine Freunde sehen möchte und meine Famile und zum Yoga gehen und Reisen möchte… zieht mein Leben wie ein Schnellzug an mir vorbei. Und ich, ich habe den Eindruck, nur am Gleis zu stehen und meinem Leben bei seiner rasanten Fahrt zuzuschauen.

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Alles geht so schnell und unsere Gesellschaft scheint alles noch schneller machen zu wollen, als es ohnehin schon ist. Sei es Schule, Studium oder was auch immer. Multitasking wird als Königsdisziplin der zeitlichen Effizienz zelebriert, damit man noch mehr in noch kürzerer Zeit schafft. Uns wird suggeriert, dass wir alles haben und erreichen können, wenn wir am schnellsten und am besten sind. Das solange, bis wir es tatsächlich wollen.

Aber weißt du was ich gerne machen würde? ENTSCHLEUNIGEN.

Um bei der Metapher des Zuges zu bleiben: ich würde gerne in diesen Zug meines Lebens einsteigen, es muss ja keine langsame Bimmelbahn sein, die alle paar hundert Meter hält. Ich möchte die Fahrt, egal wie ruckelig sie auch manchmal ist, genießen und dabei die schönen Eindrücke aufsaugen, die ich von meinem Fensterplatz aus sehen kann. Ich möchte aussteigen, dort, wo es mir gefällt und nicht einfach irgendwo, nur weil ich es muss. Und dann dort stehe, weil ich nicht mehr auf den vorbeirasenden Zug aufspringen kann, in dem all die ach so erfolgreichen Menschen sitzen und mich ignorieren, weil sie sich ohnehin nur für sich interessieren. Wenn ich mir diesen Platz selbst ausgesucht habe, kann ich sehr gut damit leben, dort zu verweilen und ich lasse die andern an mir vorbeiziehen. Vielleicht fährt der ein oder andere ja mal zu meinem Plätzchen zurück, weil er/sie begriffen hat, dass man in der Wayne-Train zum Whateverest nicht viel erLEBT. Man fährt schließlich dem Erfolg hinterher und nur mit etwas Glück darf man auf diesen Zug des Erfolges aufspringen.

Entschleunigen, ein simples Mantra, nach dem ich immer mehr strebe zu leben und doch verfalle ich zu oft in alte Muster. Muster, die ich gerne durchbrechen würde, für mich und mein Seelenheil. Entschleunigen heißt schließlich nicht, nichts zu tun, sondern alles viel gelassener und entspannter, langsamer, anzugehen. Monotasking sollte das neue Multitasking sein, dann könnten wir uns auch viel besser auf eine Sache konzentrieren. Entschleunigen. Das werde ich mir an meinen Arbeitsplatz zu Hause hängen als Erinnerung, wenn mein Leben mal wieder zu viel Tempo aufnimmt. Dann werde ich entschleunigen, indem ich mich ins Bett lege und einfach mal ein Ründchen schlafe. Oder ich drehe meinen Schreibtischstuhl zum Fenster, schaue hinaus und tue so, als säße ich in einem Zug.

 


Mantramonday: Decelerating

A new school year has begun and I´m in full throttle. While I work like crazy, preparing my lessons (which is more or less successful), blogging, visiting my friends and family, doing yoga, travelling… I start to realize that my life is overtaking and passing me like a train while I feel like I stand still on a siding, watching life from a distance on its speedy journey.

Everything happens so fast already while society is still trying to speed everything up. Be it school, university or whatever. Multitasking is celebrated as the supreme discipline of efficiency, so that one completes even more tasks in even less time. It is suggested to us that if we want to, we can be the fastest and best, as long as we really want to.

But you know what I´d like to do? DECELERATE.

I would like to catch the train of life (to use a metaphor we can all work with), it doesn´t have to be a slow train which stops every few meters. I want to enjoy the ride, no matter how shaky, and catch all the beautiful impressions along the way. I want to get off where I like and not where I have to, where I am unable to get on the next train with all these successful people which ignore me, because they only care for themselves. If I picked this spot, I can very happily stay there and let these people pass by. Maybe one or the other returns to my place because they realise that you don´t experience much on the wayne-train to whateverest. You try to follow success and if you´re lucky you are able to catch this train.

Decelerating, a simply mantra after which I try to live, yet too often I find myself taking old paths. Paths which I would like to leave behind, for myself and my salvation. Decelerating doesn´t mean doing nothing, but taking everything easier and more relaxed. Monotasking should be the new multitasking, which means we could focus so much more on one thing. Decelerating. I will put this up next to my workplace as a reminder, when life speeds up too much again. Then I´m going to decelerate by lying in bed and taking a nap. Or I turn my desk chair to the window and look outside, pretending I´m on a train.