Nach all den Reisethemen wird es mal wieder Zeit für ein wenig Abwechslung. Vor Kurzem schrieb ich hier über das Thema Nachhaltigkeit, welches mir persönlich sehr am Herzen liegt. Der damit einhergehende bewusste Umgang mit Ressourcen hat meinem Leben eine neue Wendung verliehen. Ein Teil davon ist auch der Minimalismus, der immer mehr Einzug in mein Leben hält und meinen Blick auf Besitz und Konsum maßgeblich beeinflusst.

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Minimalismus steht in diesem Fall nicht für den Kunststil, sondern es handelt sich um einen Lebensstil. Dabei wird eine oppositionäre Haltung gegenüber Alltagszwängen unserer konsumorientierten Gesellschaft zum Zwecke eines selbstbestimmteren, glücklicheren Lebens eingenommen. Der kritische bzw. bewusste Umgang mit Konsum, welcher sich nicht nur auf den Erwerb und die daraus resultierende Anhäufung von Dingen bezieht, sondern auch auf das Konsumverhalten im Hinblick auf Medien (TV, Internet..) und Nahrung, ist dabei, neben der Achtsamkeit, der zentrale Leitgedanke. Wir werden in unserem Alltag so oft abgelenkt vom Wesentlichen, sodass wir vergessen, was das Wesentliche überhaupt ist. Warum sind wir trotz Überfluss unglücklich? Ich behaupte, wegen des Überflusses selbst, den Unmengen an Optionen und der Tatsache, dass wir uns darin verlieren und verloren gehen. Seitdem ich viel reise, ist mir dieser Umstand immer mehr klar geworden. In spartanisch eingerichteten Hotel- oder Hotelzimmern, nur mit dem, was ich mitgebracht habe, bin ich tatsächlich immer am glücklichsten. Das mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass ich frei und unabhängig von Arbeit und Zwängen bin, aber ich behaupte mal, dass die Reduktion meiner Besitztümer auch ihren Beitrag leisten.

Was es alles gibt, was ich nicht brauche!

(Aristoteles)

 

Loslassen

Weniger zu haben heißt mehr Zeit (und auch Geld) für Dinge zu haben, die einen erfüllen – so die Theorie. Ich würde diese Aussage an dieser Stelle aufgrund erster Praxistests unterschreiben. Seitdem ich aufgehört habe, purem Lustshopping (oder Frustshopping?) nachzugehen, habe ich nicht nur mehr Geld für schönere Dinge (= Reisen), sondern auch mehr Zeit. Denn mal ehrlich, so ein online oder offline Shoppingexzess ist ein wahrer Zeitfresser. Aber auch das Loslassen von Dingen hat mich buchstäblich erleichtert. Viele Dinge, an denen ich mich nicht mehr so sehr erfreue wie an anderen, habe ich verschenkt oder gespendet und damit anderen eine Freude machen können. Andere Sachen habe ich verkauft und meine Reisekasse gefüllt, Teile der Erlöse ebenfalls gespendet.

Seitdem steht in meiner Wohnung weniger Zeug rum, die Schubladen quellen nicht mehr über und ich muss sagen, es fühlt sich gut an. Irgendwie hat mich der ganze Krempel immer gestresst: Alles ordentlich halten trotz Anhäufungen von Zeug, Stauraum finden, sauber halten – das raubt Zeit und stresst. Mich zumindest.

Außerdem konsumiere ich viel bewusster. Für jedes neue Teil im Schrank, fliegt ein altes raus. Dadurch überlege ich mir zweimal, ob ich ein neues Teil unbedingt brauche oder vielleicht doch nicht, weil ich ein anderes, welches ich eigentlich noch gerne trage, „opfern“ müsste. Probier es mal aus, es wirkt wahre Wunder gegen Shopping nur des Konsums wegen.

 

Minimalistisch(er) leben ist kein Wettbewerb.

Das Ganze ist natürlich kein Wettbewerb in dem es heißt: „Diejenigen, die am wenigsten haben, sind am glücklichsten“. Jede/r sollte seinen persönlichen Grad des Minimalismus selbst bestimmen. Auch ich werde ganz sicher niemals jemand sein, der nur eine Matratze und einen Teller besitzt, aber jeder kleine Schritt, ist der Schritt in die richtige Richtung. Ich sage daher nicht, dass du deine Besitztümer um 90% von heute auf morgen weggeben und verkaufen sollst – davon bin ich selbst zu weit entfernt. Was ich allerdings tun möchte ist, dich einmal zum Nachdenken anzuregen und ich hoffe, das ist okay.

Wenn du gerne weitere Tipps rund um den Minimalismus möchtest, dann empfehle ich dir YouTube zu durchstöbern oder mal auf Einfach Bewusst vorbeizuschauen. Christof hat dort 25 Tipps zusammengestellt, die dir den Einstieg in ein minimalistischeres Leben erleichtern. Wenn du dich tiefer mit dem Thema befassen möchtest, so kann ich dir die folgenden Bücher ans Herz legen. Die Konmari Methode ist meines Erachtens eine schöne Art und Weise, sich seines Besitzes bewusst zu werden und es erleichtert die Entscheidung, sich von Gegenständen zu trennen. Man muss diese Methode ja nicht 1:1 umsetzen, sie als Anhaltspunkt zu sehen genügt, finde ich, vollkommen. Etwas anders, nämlich nett in eine Geschichte eingebettet, wird der Weg zum Glück in „The Happiness Project“ beschrieben. Auch hier geht es um minimalistische Tugenden und den, wie der Titel erahnen lässt, Weg in ein erfüllteres Leben. Sehr inspirierend und herzerwärmend zu lesen. Beide Bücher (Ersteres in Deutsch und Englisch) habe ich dir hier einmal verlinkt.*

 

                                       

 

Falls du dich dazu entscheidest, mal den ein oder anderen Schritt in Richtung Minimalismus durchzuführen, freue ich mich über deinen Erfahrungsbericht. Ich werde dich im Laufe des Jahres an meiner minimalistischen Reise teilhaben lassen und dir hier immer wieder Updates geben, eine Challenge ist auch geplant – abonniere gerne meinen Blog, um davon nichts zu verpassen. Ich freue mich, dich hier wiederzusehen.

Ich wünsche dir viel Freude mit den Dingen, die dein Leben wirklich bereichern.

Ein Lächeln,

Miri

 

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