Wir schreiben Montagmorgen, 5:27 Uhr. Das Internet sowie YouTube ist voll von Morgen-Routinen oder Morning Routines. Mal sind sie „healthy“, mal „minimalist“ oder „vegan“. Auch ich gebe zu, mir schon das ein oder andere Routinenvideo reingezogen zu haben. Dabei sind auch einige gewesen, die das frühe Aufstehen um 5 Uhr zelebrieren, da sie damit so frisch und energetisch mit einem halbstündigen Workout, Meditation, Journaling (zu Deutsch: Tagebuchführen) oder To-Do-Listen schreiben und einem super gesunden Frühstück in den Tag starten. Mag ja schön und gut sein, wenn man sich die Zeit frei einteilen oder erst um 9 Uhr auf der Arbeit sein muss.

 

Wie du vielleicht weißt, gehöre ich zu den Menschen, die nicht um 5 Uhr aufstehen wollen, sondern müssen

 

Warum? Weil ich um 6 Uhr durch die Dunkelheit Richtung Bahnhof stapfen muss – und das bei jedem Wetter. So wie letzte Woche, jeden Morgen. Gerne hätte ich dabei eine so herrlich entspannte Routine wie die YouTuber. Aber mal ehrlich: bei diesem Zeitfenster ist das ein Ding des Unmöglichen. Um all die schönen Dinge zu schaffen, müsste ich um 3 Uhr aufstehen und nein, das ist in Anbetracht dessen, dass ich abends teilweise noch spät an meiner Unterrichtsplanung sitze, noch nicht einmal in Erwägung zu ziehen. Letzte Woche hatte ich diverse Vertretungsstunden und musste jeden Tag um 7:40 Uhr an der Schule sein. Das hieß, jeden Tag um 5 Uhr oder noch früher aufstehen, da mein Weg zur Schule mehr als eine Stunde beträgt.

Hier also mal meine – realistische – Morgenrountine Pendler-Edition.

5:00 Der Wecker klingelt. Ich greife nach dem Thermometer, um meine Temperatur zu messen (ich verhüte mit NFP). Das verschafft mir weitere 3 Minuten, um in meiner neuen Gegenwart des anbrechenden Tages anzukommen.

5:03 Ich stehe auf, schnappe mir mein Outfit, das ich schon am Vorabend zurückgelegt habe, um morgens Zeit zu sparen (und optische Fails zu vermeiden), und trotte Richtung Bad. Dort stopfe ich mir einen Esslöffel Kokosöl in den Mund um Oil-Pulling zu betreiben, während ich dusche. Danach pflege ich meine Haut, ebenfalls mit Kokosöl, manchmal aber auch nicht, ziehe mich an, mache meine Haare und schminke mich ein bisschen. Aber auch nur, wenn mir danach ist. Meistens reichen mir Mascara und Concealer zur optischen Schadensbegrenzung. Das klingt jetzt sarkastischer, als ich es tatsächlich meine, denn eigentlich fühle ich mich mittlerweile wohl in meiner Haut, trotz Pickel und Augenringen. Vor allem um 5.03 Uhr sind diese ganz hoch im Kurs.

5:20 Ich bereite meinen Matchatee vor: einen für meinen Thermobecher-To-Go und eine Tasse, die ich noch zu Hause trinke. Das brauche ich als Gemütlichkeitsfaktor morgens einfach. Falls ich mein Frühstück und meine Lunchbox am Vorabend schon zubereitet habe, packe ich beide in meinen Rucksack.

5:30 Ich kontrolliere, ob ich auch alle Arbeitsblätter und Bücher für den bevorstehenden Tag eingepackt habe. Während dessen trinke ich meinen Matcha und lasse über mein iPad YouTube laufen – vielleicht ein Morning Routine Video? 😉

5:33 Ich setze mich einen Moment hin, um meinen Matcha leer zu trinken und falls mir danach ist, daddel ich auf meinem Handy herum (Hallo Instagram!). Danach räume ich die Küche ein bisschen auf, damit alles halbwegs ordentlich ist, wenn ich nach Hause komme. Jetzt, da mir bewusst wird, dass ich morgens tatsächlich etwa 20 Minuten Me-Time habe, könnte ich auch etwas mehr für mich selbst tun… Hallo Selbstreflexion!

5:52 Ich putze mir die Zähne und verpasse meiner Optik gegebenenfalls noch einen Feinschliff und ziehe mich an, um das Haus zu verlassen.

6:00 Ich latsche zum Bahnhof und verfasse auf dem Weg dahin vielleicht einen Instagrampost, den ich dann von der Bahn aus, welche um 6:19 eintrifft, hochlade.

6:19 In der Bahn quatsche ich meist mit meinen Kölner Kollegen, trinke meinen Matcha-To-Go und frühstücke, treffe letzte Vorbereitungen für meinen Unterricht oder mache noch einmal die Augen zu.

7:20 Die Bahn trifft an meinem Zielort ein und ich begebe mich Richtung Schule.

 

So sieht meine persönliche Morning Routine aus. Wenn man den Instagram-Rumsitz-Teil zu Hause weglässt, hätte ich vielleicht sogar Zeit für ein Mini-Workout oder Meditation. Aber eigentlich betrachte ich die 15 Minuten, die ich zum Bahnhof gehe, als Spaziergang und das ist doch gewissermaßen ein Workout, oder? Vielleicht werde ich diese Zeit demnächst mal ein bisschen mit Meditation füllen, um wenigstens ein bisschen eine so schöne Morgenroutine zu haben, wie die Leute auf YouTube.

Zum Glück sind jetzt Ferien und ich kann an meiner Morning Routine a la Youtube feilen. Am Wochenende ist es mir ganz gut gelungen und das obwohl ich täglich zu meiner Yoga-Trainer-Ausbildung musste. Diese absolviere ich gerade und wer weiß, vielleicht biete ich bald eigene Yogastunden an 🙂

Wie startest du denn eigentlich so in den Morgen? Hast du eine Routine?

 

[Das Bild auf dem Foto habe ich bei Pinterest gefunden]