Ich dachte mir, ich probiere mal eine neue Rubrik hier auf dem Blog aus, einen Wochenrückblick im Rahmen meines Gedankengedöns (Sorry guys, this update will be in German only!). Je nachdem, wie viel Zeit mir mein Referendariat übrig lässt oder wie groß mein Mitteilungsbedürfnis ist, wird diese Rubrik mal kürzer oder länger ausfallen. Ich versuch‘s jetzt mal jeden Sonntag. Hier sollst du so Sachen finden wie: Was hat mich so beschäftigt? Was war in meinem immerzu arbeitenden Kopf so los? Das Ganze soll auch ein bisschen lustig und nett zu lesen sein – eine kleine Sonntagslektüre, die dir hoffentlich gefällt. Viel Spaß mit dem ersten Rückblick! Ich freue mich, wenn du einen Kommentar hinterlässt, ob du öfter sowas lesen möchtest.

 

 

Highlight:

Im Rahmen meines Dankbarkeits-Posts (hast du schon beim Gewinnspiel mitgemacht?) kann ich nur sagen, wie dankbar ich meinen Kollegen und meinen Schülerinnen und Schülern an meiner Schule bin. Am Freitag stand mein 3. Unterrichtsbesuch an und ich war ganz schön nervös (warum, das kannst du gleich im Lowlight lesen).

Für alle diejenigen, die sich gerade fragen, was das bedeutet: während des Referendariats, welches in NRW 18 Monate dauert, musst du zehn so genannte Unterrichtsbesuche hinter dich bringen, bevor du an einem Tag kurz vor Ende des „Refs“ (so nennen wir es meistens, denn an Abkürzungen musst du dich gleich zu Anbeginn des Refs gewöhnen) 2 Stück auf einmal hast, welche dann sowas wie deine Abschluss- bzw. Staatsprüfung darstellen. Die Unterrichtsbesuche müssen gut didaktisch durchdacht sein, weswegen du dir einen Kopf um jede kleinste Eventualität machen und diese begründen musst, warum du dich an welcher Stelle für was entschieden hast und warum. Das nimmt dann schon mal schnell zehn Seiten in Anspruch, die du natürlich auch mit entsprechenden wissenschaftlichen Quellen, curricularen Grundlagen und Rahmenlehrplänen des Bundeslandes etc. belegen musst. Ich fand schon Hausarbeiten in der Uni extrem ätzend und tue mir entsprechend schwer mit dem rechtzeitigen Beginn einer Unterrichtsplanung. Das ist ein fataler Fehler für mein Zeitmanagement (Moment mal, welches Zeitmanagement überhaupt? #prokrastination). Naja, jedenfalls, setzt du dann das alles in einer Klasse um, was du kleinlich beschrieben hast, vor deiner Fachseminarleitung. Danach wirst du benotet. Fachseminare, die besuchst du nämlich im Ref auch einmal die Woche (manchmal zweimal und nur nachmittags – mein Beileid an alle, die sich so durchs Ref krebsen müssen) und lernst da, wie man Lernziele formuliert und Unterricht so gestaltet, dass diese Ziele erreicht werden. Das klingt alles so einfach aber das ist es nicht, da diese Ziele an bestimmte Vorgaben geknüpft und dennoch detailliert an deine Stunde anzupassen sind.

So, das soll’s dann auch mit dem Exkurs gewesen sein. Jedenfalls hat mein 3. Unterrichtsbesuch in meinem 2. Fach, Englisch, am Freitag super geklappt, ich wurde toll unterstützt von meinen Kollegen und auch den Schülerinnen und Schülern – weswegen dieser so genannte „UB“, so paradox das jetzt klingen mag, mein Wochenhighlight war.

 

Lowlight:

Wie du vielleicht erahnst, aus dem kurzen Umriss des Referendariats, ist diese Phase meines Lebens eine sehr sehr sehr anstrengende. Jeden Tag sitze ich nach der Schule bis spät abends an meinen Unterrichtsvorbereitungen, sodass ich selbst mein geliebtes Yoga völlig vernachlässigen muss. Da ich zusätzlich auch noch pendeln muss, heißt es eh zeitig ins Bett, denn der Wecker ist um 4:45 oder 5:00 Uhr vollkommen schonunglos.

Das geht alles nicht spurlos an mir vorbei. Obwohl ich schon wesentlich stressigere Zeiten hatte… an denen ich meist, nein, immer und ausschließlich selbst Schuld war, da ich als selbsternannte Königin der Prokrastination immer viel zu sehr mit dem Erbauen meines eigenen Thrones oder anderem unnützen Kram beschäftigt war (hey, das war halt voll wichtig!), sodass ich viel zu spät dran war mit Hausarbeiten, Lernen oder meinen Abschlussarbeiten und dann in mental-breakdown-durchfluteten, hektischen Nachtschichten, im Schweiße meines Angesichts und Tränen überflutet, mir irgendwas aus dem oder in den Kopf drückte. Irgendwie vermisse ich die Zeit, in der ich so mühsam das Bulimielernen perfektionierte. Spaß und Ironie beiseite und verzeih den pathetischen, vorangegangenen Schachtelsatz, aber ich war gerade so im Flow.

Naja, ich schweife schon wieder ab. Ende vom Lied war jedenfalls, dass mich mein Körper unmissverständlich und wenig freundlich darauf hinwies, dass ihm mein Leben, so wie es gerade läuft, so gar nicht passt. Ohne Vorwarnung wachte ich pünktlich am Montag mit einem angeschwollenen Gesicht und juckenden Augen auf. Dieser Ausschlag erstreckte sich am Dienstag bis zum Hals und bescherte mir, aufgrund seines Juckens, unruhige Nächte, die am Donnerstag zur völligen Erschöpfung führten.

Nun noch die gute Nachricht: dank eines zehnstündigen Schlafmarathons von Freitag auf Samstag sehe ich wieder normal aus. Vielleicht brauchte ich diese Warnung, um mein Zeitmanagement besser zu gestalten und wieder mehr auf mich zu achten.

 

Was war sonst so los?

Seit einiger Zeit geschehen merkwürdige Dinge auf Instagram: Accounts und einzelne Bilder verschwinden, Bilder tauchen nicht mehr in den Hashtags auf, die Reichweite und Interaktionen sind haben den Zynit des Unterirdischen erreicht. „Shadowban“ ist ein Wort, welches plötzlich in vielen Facebook-Gruppen herumgeistert. Angeblich strafe Instagram seine Nutzer für vermeintliches Fehlverhalten ab, das nicht mit seinen Richtlinien d’accord ist, aber nicht zwangsläufig und eindeutig gegen ebendiese verstößt. Andere wiederum behaupten, Instagram versuche die Reichweite zu limitieren, sodass mehr Nutzer Werbung schalten – so wie bei den Facebook-Fanpages damals. Moment, sind wir nicht deswegen alle damals zu Instagram übergesiedelt? Es geistern viele Tipps umher, wie man seinen „Shadowban“ umkehren kann, im Ranking steigt und instafame wird…

So viel Negativität und Willkürlichkeit brauche ich nicht in meinem Leben. Ich nutze Instagram gerne, sowohl aktiv postend, als auch passiv scrollend, likend und kommentierend. Ich mag es, meine Freunde zu stalken, wenn sie Instagram Stories nutzen und teile dort selbst allerhand Quatsch. Aber meine wundervolle Lebenszeit ist mir eindeutig zu kostbar um sie einer geldgeilen Maschinerie in den willkürlich-algorhitmisch selektierenden Schlund zu werfen. Meine Konsequenz: sollte sich Instagram bis Ende des Jahres nicht einkriegen, werde ich es eigenhändig mit einem Shadowban belegen und den Speicherplatz meines mobilen Endgerätes für schönere Dinge freigeben. Kennst du eine nette Plattform, die vielleicht eine Alternative wäre?

 

Zum Abschluss dieser ersten, extrem langen Ausgabe, 3 Dinge für die ich besonders dankbar war (neben meinen Kollegen und Schülern*innen und ihren Support):

  • Die paar schönen sonnigen Tage, auch wenn ich sie nicht nutzen konnte, weil ich entweder gestresst war oder geschlafen hab. Sah trotzdem schön aus – von drinnen 😉
  • Die Entdeckung, dass, wenn du eine Dose Kokosmilch auskippst (also, in eine Schüssel, sonst ist das ne ziemliche Sauerei und auch ziemlich sinnlos), da 4 fette Esslöffel Kakaopulver, ein bisschen Zimt und Süßmittel rein haust, du nach ca. 2 Stunden im Kühlschrank herrlichen veganen Schokopudding hast. 400ml um genau zu sein. Nur für dich – also in meinem Fall, nur für mich und das nach einer so stressigen Woche – unbezahlbar. #schokolademachtglücklich
  • Den ganzen Samstag faul und ohne Struktur in den Tag hineinzuleben, oder vielmehr: hineinzuexistieren, spontan aufzustehen und mir ein neues MacBook zu kaufen. Und so tun, als könnte ich mir das auch einfach so leisten. Ich rechne den Preis am besten erst gar nicht in Flüge um, sonst fliegt dieser Teil der Dankbarkeit schnell wieder raus.

 

Einen zauberhaften Sonntag, du wundervolles Wesen!

Ein Lächeln,

Miri