Indien ist ein verrücktes Land: groß, bunt, laut, stickig und verzaubernd. Wie jedes Land hat es so seine Eigenarten und ich habe dir heute einmal die 10 verrücktesten zusammengestellt, viel Spaß beim Lesen

[Click here for the English version]

Eimer in der Dusche

In so ziemlich jeder Dusche eines indischen Haushalts befindet sich ein großer und ein kleiner Eimer. Für uns Europäer ist das erstmal befremdlich. Auch ich hatte keine Ahnung, was ich damit anfangen sollte. Wenn du dann aber das Wasser aufdrehst und feststellst, dass fast gar kein Wasserdruck vorhanden ist, wird die Eimer-Kombi plötzlich interessant: den großen Eimer volllaufen lassen, mit dem kleinen Wasser abschöpfen und sich selbst damit abduschen. Das ist meist effektiver, als dich an die kalte Duschwand zu pressen, um etwas Wasser von dem druckarmen Rinnsal an der Wand entlang zu erhaschen. Wenn du in besonders günstigen Hotels oder bei Einheimischen absteigst, kann es durchaus sein, dass du diese Duschvariante dort antriffst; teilweise sogar, obwohl die Dusche eigentlich vollkommen okay ist. Old Habits die hard, denke ich. Aber keine Sorge, die meisten Hotels und Hostels haben wunderbar funktionierende Duschen. Nicht unbedingt immer warm, aber Duschen!

Kaugummis statt Kleingeld

Wenn du etwas in den kleinen Shops oder Buden an der Straße kaufst, sei es Wasser oder eine Packung Chips oder was auch immer, kann es sein, dass du dein Rückgeld nicht in Form von Münzen, sondern Kaugummis und Bonbons im gleichen Wert zurückbekommst. Geldscheine erhältst du natürlich in ihrer gewohnten Geldnotenform, aber Kleingeld erhältst du gerne in „Naturalien“. Mich hat das beim ersten Mal etwas verwundert, es ist aber durchaus üblich.

It´s all about the food

Inder*innen lieben Essen. Und das Essen liebt Indien: jede Region hat ein spezielles Gericht, für das sie bekannt ist. In einem solch riesigen Land macht das eine ganze Menge. Indisches Essen ist also nicht gleich indisches Essen. Aber das Essen in Indien ist vor allem eins: sehr sehr sehr vegetarierfreundlich. Da viele Hindus Vegetarier sind, findest du problemlos vegetarische Restaurants im ganzen Land. Oftmals sind die Gerichte sogar vegan oder können ganz einfach „veganisiert“ werden. Falls du die Gelegenheit hast, eine einheimische Familie zu besuchen, gehe am besten hungrig dort hin. Sie werden dich mit Köstlichkeiten überhäufen. Denn bei Familientreffen und Festen dreht sich so ziemlich immer alles um’s Essen. Es gibt Schlimmeres, würde ich sagen.

Delhi Belly

Wo wir gerade beim Thema Essen sind. Fast jede*n den*die ich kenne, der*die schon mal in Indien war wurde von ihm heimgesucht. Ich hatte während meines ersten Indienaufenthalts solche Magenprobleme, dass ich drastisch an Gewicht verlor. Das mag für so manche*n jetzt vielleicht verlockend klingen, aber ständig zur Toilette rennen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Schwäche sind alles andere als schön – und können sehr gefährlich werden. Vorsicht ist also geboten. In diesem Post habe ich dir Tipps zur Vermeidung und Behandlung von „Montezumas Rache“ zusammengestellt.

Arrangierte Ehen

Sind nicht unbedingt zu verwechseln mit einer Zwangsheirat, welche vor allem in den ärmeren Teilen des Landes noch weit verbreitet und selbstverständlich ein absolutes Unding ist. Viele junge Inderinnen und Inder verlassen sich noch heute auf die Meinung ihrer Eltern bei der Partnerwahl – und lassen sie den/die Zukünftige/n daher aussuchen. Sie sind der Überzeugung, dass ihre Eltern am besten wissen, wer gut für sie sei. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie unbedingt den Erstbesten oder die Erstbeste heiraten müssen. Vielmehr verstehen sich die Eltern in ihrer Rolle als eine Art humanitäres Tinder. Tochter oder Sohn gehen auf ein, zwei oder mehr Dates mit der von ihnen auserkorenen Person und allein sie treffen die Entscheidung, ob sie diese Person heiraten wollen oder nicht. Eine Datingkultur, wie bei uns im Westen, ist allerdings, vor allem in den Großstädten, immer mehr auf dem Vormarsch.

Faszination blonde Menschen

Ja, auch wenn du nur dunkelblond/hellbraun bist, reicht das, um dich zum absoluten Fotomagnet zu machen. Viele Inder haben noch nie weiße Menschen gesehen und sind fasziniert – helle Haut gilt als schön, helles Haar als exotisch. Das kann schmeichelhaft sein, aber auch ziemlich nerven, vor allem an touristischen Attraktionen an denen man ungewollt selbst zur Attraktion wird. Eine höfliche Verneinung der Bitte um ein Foto ist absolut in Ordnung, genauso wie ein Foto schießen zu lassen, wenn dir danach ist.

Verkehrsregeln, was ist das?

Sobald du zum ersten Mal den Flughafen einer großen indischen Stadt im Taxi verlässt, kann es sein, dass du mittelschwere Panikattacken bekommst bei dem Fahrverhalten der Inder. Auf zweispurigen Highways fahren drei Autos dicht an dicht nebeneinander, fünf Motorräder quetschen und drängeln sich zwischendurch, zwei Tuktuks versuchen ebenfalls ihr Glück, mit etwas Pech hat es sich eine Kuh auf dem linken Fahrstreifen gemütlich gemacht und es entsteht ein Stau, gelegentlich kreuzen Fußgänger die Fahrbahn. Kommuniziert wird über die Hupen – permanent. Egal wo ich bisher in der Welt war, nichts übertrifft das Verkehrschaos in indischen Großstädten.

Neugier

Viele Inder sind neugierig. Manchmal äußert sich das durch Starren, was von vielen als unangenehm empfunden wird und im Falle von Männern, die uns Frauen anstarren, durchaus berechtigt als unangemessen empfunden werden kann. Aber auch im Gespräch sind sie sehr interessiert und neugierig. Das finde ich persönlich sehr schön, aber ich kenne auch Reisende, denen dies zu viel ist. Auch hier ist Höflichkeit das A und O.

Das Mysterium des roten Punktes

Als ich noch keine Berührungspunkte mit Indien hatte, dachte ich immer, der rote Punkt auf der Stirn, ein sogenanntes Bindi, sei ein Zeichen dafür, dass eine Frau verheiratet sei. In Indien angekommen sah ich allerdings so viele junge Mädels damit rumlaufen, dass ich stutzig wurde. Das Bindi ist ein Gesichtsschmuck, genau wie ein Nasenring oder Ohrringe. Man kann sie in verschiedenen Farben und Formen, mit und ohne Strasssteine erwerben. Hat eine Frau oder ein Mann allerdings eine Art roten Strich von Scheitel zur Stirn, dann bedeutet das, dass diese Person verheiratet ist.

Die heilige Kuh

Warum darf die Kuh sich eigentlich, wie in Punkt sieben beschrieben, einfach auf der Straße niederlegen? Weil sie es kann. Kühe werden im hinduistischen Glauben als Inkarnation von Müttern aufgefasst. Und deine Mutter würdest du ja auch weder essen, noch mit dem Auto anfahren oder ihr etwas anderes antun. Es sei denn du bist ein totaler Psychopath. Jedenfalls handeln die Inder danach, heilige Kühe einfach walten zu lassen. Manchmal siehst du sie in Vorgärten oder aus Shops schlendern – sie wissen, dass sie sich das rausnehmen dürfen. Einer meiner Schüler fragte mich einmal, was denn mit „den männlichen Kühen“ sei. Nichts. Die sind nicht heilig und sind Nutzvieh wie hier auch. Allerdings ist die Schlachtung von Kühen in Indien verboten.

Indien ist eins nicht: langweilig

Ich glaube, ich könnte noch ewig weiter machen und dir faszinierende und kuriose Dinge aus Indien erzählen, aber diese zehn sind meine persönlichen Highlights. Die indische Kultur ist und bleibt eine der ältesten, buntesten und in meinen Augen auch eine der interessantesten weltweit. Mich interessiert aber an dieser Stelle: welche Kulturschocks oder Eigenheiten anderer Kulturen hast du als besonders spannend empfunden? Bitte teile deine Anekdote(n) mit mir und meinen Lesern*innen in den Kommentaren.

 


10 Facts about India

India is a crazy country: huge, colourful, loud, fuggy and mesmerizing. Every country has its characteristics and today I want to tell you the 10 crazy things about India. Enjoy the read 😉

  1. Buckets in the shower

I promise you; almost every shower in India is equipped with a small and big bucket. For us Europeans, it is a bit strange. I had no idea what to do with these buckets in my shower. But once you start the water and notice there is no power coming out of the shower, you realise what they are here for. Fill up the big bucket and use the smaller bucket to shower yourself and pour the water onto your head. That is even more effective than pressing yourself against the cold shower walls and trying to get some water pressure. If you are staying in cheaper local hotels, you will have to familiarise yourself with this alternative; which is totally fine even if the shower works properly. I guess it’s like that: old habits die hard. But don’t worry, in most hostels and hotels the showers work perfectly. The water might not always be warm, but it works!

  1. Chewing gum instead of coins

If you buy something in smaller shops or street stalls, whether it is water or a package of potato chips or whatever, you might get your change in chewing gum or candy and not coins. Surely you will get notes back in notes, but smaller change, the Indians love to pay you back in „naturals“. I was very surprised by that at the beginning, but it is quite common.

  1. It’s all about the food

Indians love food. And food loves India: every region has a special dish, for which it is popular. In such a huge country that stands for diversity. Indian food is not just Indian food. But the food in India is one thing for sure: very vegetarian friendly. As most Hindus are vegetarians, you will easily find vegetarian restaurants all over the country. Often some dishes are vegan or could be made into vegan dishes. If you have the chance to visit a local family bring a lot of appetite. They will spoil you with delicious Indian food. Because at family gatherings or celebrations it is all about food. Could be worse, I would say 😉

  1. Delhi Belly

As we are speaking of food almost every person I know, who visited India has been haunted by Delhi Belly. And during my first stay in India I was too, and lost a lot of weight because of it. Some of you might fight it very nice to lose weight, but having to look for a toilet all the time, cramping, pain and nausea – well that is not so nice and can be dangerous. So be careful. In this post I wrote a collection of tips for you to how to prevent getting Delhi Belly and how to treat it.

  1. Arranged marriages

We should not mistake these with forced marriages, which mainly happen in poorer regions of the country and are totally unacceptable. A lot of younger Indian girls/women consider the opinion of their parents when it comes to choosing a partner – and therefore let them choose their partner. They believe that their parents know, who is best for them. That does not necessarily mean that they will marry the best first option. It is more about the parents acting as the human version of Tinder. Daughter and son go on one or two dates with the person their parents choose and they make the decision if they want to marry that person or not. It is a way of dating like ours in the western countries and getting more common in big cities.

  1. The thing for blondes

Yes, even if your hair is dark blond or light brown, you are an attraction and picture magnet. A lot of Indians have not seen white people and are fascinated – the lighter skin is very beautiful for them and the light hair very exotic. That might be flattering, but also quite annoying or irritating if you are becoming the tourist attraction yourself. Politely saying no if they ask you for a picture is totally fine, but you can also take a picture with them, if you feel like doing so.

  1. Traffic rules? What traffic rules?

Once you leave the airport of a big Indian city for the first time and take a cab, be prepared to be frightened, due to the way of driving of most Indians. Two lane highways and three cars are driving them, close to one another, five motorcycles in there as well and tuctucs also try their luck. If you are not lucky a cow might stand on the left lane and a traffic jam is happening. Some pedestrians might cross the driveway. Communication? Yes, with honking – all the time. No matter where I have been, nothing beats the traffic chaos in Indian cities.

  1. Being curious

Indians are curious. Some do it by staring, which is perceived in an irritating way for most of us. But also in conversations they are very interested and curious. Me, personally, I love that, but I know travellers, who think this is just too much. Being polite and setting limits is the best way to deal with it.

  1. The mystery of the red dot

When I did not know Indians I always thought the red dot on the forehead is some kind of bindi and a sign that the woman is married. Once I arrived in India and saw a lot of girls also walking around with that red dot I started to think. The bindi is a way of face adornment, like earrings or nose ring. You can find them in different colours and shapes, with or without crystals. But if a woman or man does have a red stripe from the peak to the forehead – that does indeed mean they are married.

  1. The holy cow

Why is a cow actually allowed to just enter the driveway (as I explained in number 7)? Because it can! In the believe of Hindus the cows are the incarnation of mothers. And you would neither eat or hit your mother by a car or even do something to her, right?! Unless you are a total psychopath. Anyways the Indians believe to just let the holy cows be. Sometimes you see them getting out of gardens or shops – they know they can do it. One of my students asked me about the male cows. Well, these aren’t holy and just like productive livestock here in Germany. However the slaughter of cows in general is not allowed in India.

India is one thing not: boring

I could go on and on telling you fascinating and weird things about India. However, these ten are my personal favorites. The Indian culture, according to me, remains one of the oldest, most colorful and most interesting one in the world. What I am interested in now: which culture shock did leave the biggest impression on you? Please share your anecdotes with me and my readers in the comment section.