Vier Tage meiner Madeira Reise verbrachte ich im Norden der Insel. Dort bekam ich genau das, was ich suchte: Ruhe und eine Menge traumhafter Natur. Aber auch jede Menge Regen. Aber erstmal von Anfang an. Nachdem ich dir in meinem letzten Post verraten habe, wie du günstig in den Norden Madeiras kommst, schauen wir uns dort nun ein bisschen um.

 

Sao Vincente

Sao Vincente ist ein kleiner Ort in einem Tal an der Nordküste Madeiras. Die Umgebung ist wunderschön, hat aber auch ihre Tücken: durch die grünen Berge werden Regenwolken aufgehalten, wodurch das Tal zu einem Regenkessel wird. Der Ort ist zudem teilweise im Steilhang gelegen, sodass Fußmärsche oft zum anstrengenden Gluteus Maximus (oder kurz: Pomuskel) Fitnessprogramm werden.

Viel zu tun gibt es dort auch nicht. Die Sehenswürdigkeiten beschränken sich auf ein paar Restaurants und Cafés an der „Strandpromenade“ (einen richtigen Strand gibt es nicht, aber man kann auf eigenes Risiko ans bzw. ins Meer) und im Ortskern, sowie eine Kirche, eine Grotte und natürlich die Natur. An der besagten Promenade gibt es außerdem einen kleinen Supermarkt und eine Bäckerei, die super günstig ist (Tee 0,75 €). Kurz gefasst: Sao Vincente ist ideal für Ruhesuchende. Auch erfahrene Surfer dürften dort auf ihre Kosten kommen, denn während der Zeit, die ich dort war, kam immer ein ansehnlicher Swell rein. Diesbezüglich scheint die gesamte Nordküste durchaus attraktiv zu sein.

Ich empfehle dir ein Airbnb zu nehmen, wenn du Veganer*in bist, am besten eins mit Küche, um dein eigenes Essen zubereiten zu können, weil die veganen Optionen der Restaurants quasi nonexistent sind. Sei froh, wenn du einen fleisch- oder käsefreien Salat findest. Milchalternativen in den Restaurants oder Cafés suchst du vergebens. Dafür gibt es verschiedene Pflanzendrinksorten im Supermarkt.

 

Seixal

Seixal ist, genau wie Sao Vincente, ein sehr kleiner Ort, aber mit einem kleinen schwarzen Strand und einem großen Naturpool. Das war’s auch schon. Zwischen Seixal und Sao Vincente lohnt es sich allerdings, kurz von der Landstraße abzufahren und an einem kleinen Souvenirshop zu halten. Nicht etwa um „Stehrümchen“ zu erwerben, sondern um einen fantastischen Wasserfall namens Véu da noiva (Brautschleier) ins Meer fließen zu sehen.

Für 1,96 € kommst du von Sao Vincente mit dem Bus nach Seixal – allerdings stoppt dieser nicht an dem Aussichtspunkt. Ich war wahnsinnig genug die 7,5 Kilometer zu Fuß nach Sao Vincente zurückzulaufen, nur um diesen Wasserfall, den ich vom Bus aus erspäht hatte, sehen zu können.

 

Porto Moniz

Ich hatte mich sehr auf die Naturpools gefreut, für die Porto Moniz, ein Küstenort im Nordwesten Madeiras, so bekannt ist. Was ich dort zu sehen bekam ähnelte einem Freibad, für das man sogar Eintritt zahlen muss und das packte mich nicht wirklich. Vielmehr fasziniert war ich von der daneben gelegenen steilen Bucht: massive, türkise Wellen rollten dort hinein und produzierten weißen Wellenschaum beim Aufprall als Kontrast. Ich war hin und weg von der Schönheit und der Kraft des Ozeans. Ein bisschen weiter entlang der, nennen wir es Promenade, fand ich ein bisschen versteckt und weniger kommerzialisiert weitere Naturpools – genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Wunderschön.

Die Fahrt von Sao Vincente nach Porto Moniz kostet 2,60 € und wenn du nicht gerade durch Tunnel fährst, hast du einen tollen Ausblick während der 15 Kilometer langen Fahrt. Was die vegane Versorgung anging war in Porto Moniz ähnlich tote Hose wie in Sao Vincente. Zum Glück fand ich auch hier schnell einen Supermarkt, der die ein oder andere Sache auf Lager hatte.

Santana – Queimadas Levadas

Santana ist ein kleiner Ort im Nordosten der Insel und, neben den typischen Spitzdach-Strohhütten, bekannt für die schönen Wanderwege ins Landesinnere. Diese führen unter anderem entlang der Levadas, den inseleigenen Bewässerungskanälen. Die künstlich angelegten Bäche schlängeln sich entlang der Berge und bieten Wanderern eine gute Orientierung für ihre Routen. Recht abenteuerlich ist die Queimadas Route, welche teilweise durch dunkle Tunnel (Taschenlampe nicht vergessen!), vorbei tiefen Schluchten und nur auf den Rändern der Levadas sowie atemberaubenden Wasserfällen führt.

Es wird empfohlen, die Tour nicht allein zu machen, für den Fall, dass man sich verletzt. Also habe ich über mein Hostel in Funchal eine organisierte Gruppentour gebucht, welche inklusive Transport und Guide 32,00 € gekostet hat.

Extratipp

Da öffentliche Verkehrsmittel im Norden nur sehr unregelmäßig fahren (sonntags zwischen Sao Vincente und Porto Moniz z.B. nur einmal zu humanen Zeiten) und die Orte alle aus sehr steilen Straßen bestehen, empfehle ich dir dort mit einem Mietwagen hin zu fahren oder einen Tagesausflug von Funchal – morgens hin, abends zurück – unter der Woche zu machen. Dann reicht es auch, wenn du dir vegane Lunchpakete machst und dir die Zeit sparst, nach veganfreundlichen Restaurants und Cafés zu suchen, um dann doch nur Tee zu trinken und mit Glück einen Obstsalat zu bekommen.

 

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