In diesem Jahr habe ich eine sehr große Kehrtwendung vollzogen. Als ehemalige Modebloggerin, deren liebstes Hobby Shoppen war, hin zur zunehmenden Minimalistin. 2018 war für mich das Jahr des Ausmistens. Und mit dem Ausmisten kam sie: die Freiheit. Die Freiheit vom weniger haben.

 

Der Beginn der Freiheit – vom weniger haben

Ich fühlte mich oft überfordert mit all dem, was sich in meiner Wohnung anhäufte. Der Kleiderschrank war voll, der Schuhschrank quoll über, Stehrümchen und allerhand Zeug lauerten überall. Und weil alles so viel war, fiel es mir schwer überhaupt einmal anzufangen. Da ich mich mehr und mehr mit Nachhaltigkeit und Minimalismus auseinandersetzte, bekam ich bald die benötigte Inspiration, die mir als Initialzündung diente. Ich begann mich von Kleidung zu trennen, die ich viel zu selten oder gar nicht trug. Und noch mehr. Und von Schuhen. Dekoartikeln, Badezimmerutensilien und Accessoires. Und noch mehr. Und mehr.

Nachdem ich fertig war, begeisterte mich das Ergebnis. Meine Capsule Wardrobe finde ich wunderschön, mein nachhaltiges Badezimmer wirkt viel ordentlicher, die Schränke quellen nicht mehr über. Alles um mich herum ist ordentlicher als zuvor. Und auch in meinem Inneren sieht es viel aufgeräumter aus.

 

Bewusstheit für die Dinge, die wir haben

Der oben beschriebene Prozess zog sich durch mein Jahr 2018. Aufgrund meiner Besitz-Kernsanierung weiß ich nun wieder, was ich eigentlich alles besitze. All diese Dinge kann ich endlich (wieder) (mehr) wertschätzen. Das ist ein tolles Gefühl, das ist die neue Freiheit vom weniger haben.

Mir wurde bewusst, dass jedes neue Teil, das in meiner Wohnung Einzug hielt, ein Symbol für etwas war, das in mir selbst fehlte. War ich gestresst oder frustriert, ging ich shoppen. Wollte ich mich belohnen, ging ich shoppen. Heute widme ich mich der Stressvermeidung, auch wenn das im Lehrerjob gerade im Berufsanfang alles andere als einfach ist. Bin ich frustriert, forsche ich in mir nach, woran es liegt. Ich gehe raus in die Natur, ziehe mich für ein paar Stunden zurück, spreche Dinge offen an oder treibe Sport. Und wenn ich mich belohnen will, koche ich mir etwas, unternehme etwas Schönes mit meinem Mann oder gestehe mir ein, dass ich tagtäglich schon durch so viele Dinge belohnt werde, dass eine externe Quelle nicht notwendig ist.

Mir wurde auch bewusst, dass diese Symbolhaftigkeit der Dinge mich emotional an diese band. Daher fiel es mir bisweilen schwer, all diesen physischen Ballast aus meinem Leben zu werfen. Ich erkannte: eigentlich war dieser nicht physischer, sondern psychischer Natur. Eine Menge Reflexion, Selbstliebe und die Erkenntnis, dass ich genug bin, waren mein Weg und Ziel zugleich.

 

Die Freiheit vom weniger haben wollen

Ein weiterer Positiveffekt ist, dadurch, dass ich weiß, was ich besitze, kaufe ich nicht mehr wahllos Zeug, das ich nicht brauche und jage keinen Trends mehr hinterher.

Das spart mir unheimlich viel Zeit, denn ich gehe weder shoppen noch suche ich stundenlang im Internet nach etwas, das mir ein kurzes Glücksgefühl vermittelt. Wenn du nämlich glücklich bist, mit dir und mit dem, was du hast, dann sind die Shoppingendorphine nicht mehr nötig.

Die Freiheit vom weniger haben wollen spart mir vor allem auch Geld. Wer nichts kauft, der gibt nun mal nichts aus. So habe ich nun mehr finanzielle Kapazitäten für meine geliebten Reisen, Sparen für meine Zukunft und die mit meinem Mann und für die Investition in qualitativ hochwertige Dinge. Und vor allem: in mich selbst. Surfcamps, Yogakurse, Massagen und wer weiß, was ich 2019 vielleicht noch neu erlernen möchte. Nähen steht ganz oben auf meiner Wunschliste, das habe ich schon immer gern gemacht.

 

Vielleicht nutzt auch du die Feiertage um dich selbst zu beschenken mit mehr Freiheit – du weißt schließlich jetzt, wie es ganz einfach geht.

Gestern hast du bei Doris mehr über kreative Geschenke mit Gartenfrüchten und Kräutern erfahren, morgen erzählt dir Juli auf Zufallsmoment was wir Kindern zu Weihnachten schenken sollten. Die komplette Übersicht über den Blogger-Adventskalender findest du hier.