Liebe*r Leser*in,

es ist mal wieder soweit. Mein Leben fährt im Schnellzug an mir vorbei und ich sehe ihm dabei zu – unfähig aufzuspringen. Dabei ist alles, was ich will, es nur für einen Moment anzuhalten oder zu entschleunigen.

Das Junglehrerin-Dasein verlangt alles von mir. Das Ehefrau-Sein zwischen zwei Städten bestimmt mein Leben wesentlich. Und dann bin ich auch noch ein Mensch mit Wünschen, Bedürfnissen und auch Verpflichtungen sowie mit Freunden und Familie, die auch ihren Teil von mir haben möchten. Ich möchte einfach nur entschleunigen.

Das Bloggen ist mein kreativer Ausgleich und zugleich wird es gerade vermehrt zur Belastung. Und das, obwohl das Jahr hervorragend auf dem Blog begonnen hat und dafür möchte ich dir jetzt bereits danken. Kreativität auf Knopfdruck ist jedoch leider nicht. Recherche recherchiert sich nicht von selbst. Und ewiges Vorschreiben von Artikeln für genau solche Situationen ist auch irgendwie nicht meins, darin muss ich dieses Jahr unbedingt besser werden. Daher hilft eigentlich auf dem Blog gerade auch nur eins: entschleunigen.

Deswegen habe ich mich in dieser Woche in die Eifel zurückgezogen, um Zeit auf dem Weg zur Arbeit einzusparen. Zeit ist so wertvoll. Das merke ich gerade besonders. Eingeschneit in 30 Zentimeter Schnee scheint die Zeit tatsächlich langsamer zu vergehen. Alles scheint zu schlummern. Die Welt, bedeckt in Puderzucker, scheint sich langsamer zu drehen. Alles um mich herum scheint zu entschleunigen.

Daher gibt es heute keinen typischen Mittwochspost zum Thema Reisen oder Nachhaltigkeit, nichts Recherchiertes oder schön Bebildertes oder ewig lang Geschriebenes. Ich hoffe, dass ich es bis Sonntag schaffe, den allwöchentlichen Sonntagspost zu veröffentlichen. Falls ich es nicht schaffe, findest du mich sicher in Köln, wie ich gedankenverloren mit meinem Mann durch die Straßen streife. Oder in der Eifel, wie ich Fußspuren im Schnee hinterlasse. Aber eins ist sicher, denn ich werde eins tun: entschleunigen.

Deine Miri

 

Foto: Simon Matzinger.