Mikroplastik ist – buchstäblich, wie neuste Studien ergaben – in aller Munde. Doch was genau ist Mikroplastik, wo kommt es her und wie erkennst du es? Das und mehr Wissenswertes zum Thema Mikroplastik in der Weihnachtszeit und im Alltag erfährst du ebenfalls in diesem vierten Türchen unserer Adventsblogparade über Nachhaltigkeit und Minimalismus.

 

Das verbirgt sich hinter dem Begriff „Mikroplastik“?

Mikroplastik lässt sich in primäres und sekundäres Mikroplastik unterteilen. Plasticontrol definiert diese beiden Arten wie folgt:

„Primäres Mikroplastik wird bereits in kleinster Größe hergestellt und gelangt über die Abwässer in die Meere, Seen und Flüsse. Primäres Mikroplastik entstammt aus diversen Quellen. Es ist in Kosmetika enthalten, entsteht durch den Abrieb von Reifen, wird als Schleifmittel in der Industrie eingesetzt oder wird von Kleidung innerhalb von Waschgängen freigesetzt. […]

Sekundäres Mikroplastik entsteht dagegen durch den Zerfall von größeren Plastikteilen in Gewässern. Ca. 13 Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr global in die Meere und zerfallen zu einem Großteil zu Mikroplastik. Ohne Trendwende beim Umgang mit Kunststoffen könnten in einigen Jahrzehnten mehr Plastikteilchen in den Meeren schwimmen als Fische.“

Bislang gibt es noch keine hinreichenden Studien über die Auswirkungen von Mikroplastik auf den menschlichen Körper. Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass es durchaus in der Lage sei, unserem System zu schaden. Ein “verringertes Fortpflanzungs-, Wachstums- und Bewegungsverhalten, Entzündungen und erhöhte Sterberaten” durch Mikroplastik konnte bereits bei verschiedenen Meerestieren nachgewiesen werden (Plasticontrol).

 

1. Mikroplastik ist fast allgegenwärtig

Die oben genannte Studie wies Mikroplastik in menschlichen Ausscheidungen nach. Aber wie kommen sie da hin? Da du nun weißt, dass sich bereits alarmierend viel Mikroplastik im Meer befindet, ist es logisch, dass Fische es zu sich nehmen. Isst du diese Fische, nimmst du automatisch das Mikroplastik auf, das bereits in den Organismus des Fisches übergegangen ist.

Aber auch wenn du keinen Fisch isst, bleibst du nicht zwangsläufig verschont: Glitzer und Schimmerpartikel in Kosmetika machen uns „oh so glamorous“ – aber wir zahlen einen Preis dafür. Wimpernverlängernde Mikrofasern, die eigentlich MikroPLASTIKfasern heißen sollten, in Mascaras sorgen für tolle lange Wimpern. Peelingkörnchen aus Kunststoff machen unsere Haut schön weich. Kleine Teilchen in Zahnpasta machen die Zähne Schneeweiß. Die tollen Gelnägel werden beim Runterfeilen in pudrige kleine Mikroplastikteilchen zerstäubt. Polymere in Sonnencremes schmieren wir uns auf Körper und Gesicht. Dies sind nur ein paar der offensichtlichen Beispiele.

Damit nicht genug, sind viele Dinge, die wir tagtäglich essen und trinken in Plastik verpackt. Auch diese Verpackungen geben Plastik als eine Art Polymere-Ausdünstung in die Nahrung ab. Wen wundert es da noch, dass sich kleinste Plastikteilchen in unseren Ausscheidungen befinden.

 

2. Auch unsere Kleidung ist ein Umwelt-Übeltäter

Fast alle Stoffe der Bekleidungsindustrie sind heutzutage Mischgewebe, welche Polyester und Co. enthalten. Wirf mal einen Blick in die schöne Stretchjeans eines bekannten amerikanischen Jeansherstellers, die so schön bequem und trotzdem eng sitzt. 9-11% Polyester, 3-6% Elasthan.

Ähnlich sieht es beim hübschen Strickpullover eines weiteren amerikanischen Herstellers mit dem dreifarbigen Logo, der muss doch aus Wolle sein. Nope, 55% Arcyl. Ein trendiges Modell eines spanischen Modegiganten enthält sogar 67% Arcyl und 31% Nylon, sieht aber aus wie flauschige Wolle.

Sobald wir diese Teile waschen, können sich Fasern lösen und ins Abwasser gelangen. „Bei einem einzigen Waschgang werden zum Beispiel von einer einzigen Fleece-Jacke bis zu einer Million Fasern freigesetzt. Laut einer aktuellen EU-Studie spülen allein Europas Waschmaschinen jährlich rund 30.000 Tonnen Synthetikfasern ins Abwasser und ein Teil davon fließt weiter ins Meer […].“ (Quelle Plasticontrol)

 

3. Autoreifen hinterlassen Spuren auf dem Planeten

Die aktuelle Diesel-Debatte ist nur ein Teil des Umweltproblems, das unsere Freiheit in Form von Mobilität mit sich bringt. Neben Kleidung ist der Abrieb von Autoreifen, sowie die meist plastikhaltigen Fahrbahnmarkierungen Schuld an der Verschmutzung der Meere. Durch Reibung und Wind sowie Regenwasser werden die Kleinstpartikel überall hin verteilt.

 

Mikroplastik in der Weihnachtszeit

Wenn dich all das, was du gelesen hast (zurecht) abschreckt, dann achte in der Weihnachtszeit vermehrt darauf, welche Dekoration du aufstellst. Ich glaube keine Zeit im Jahr ist so geprägt von Überkonsum und Plastik wie die vor dem höchsten christlichen Feiertag.

Mikroplastik in der Weihnachtszeit lauert überall: Oftmals sind die dekorativen Dinge voller Glitzer, Kunstschnee ist Mikroplastik sondergleichen, Lametta steht dem Ganzen in nichts nach und Lichterketten sehen zwar schön aus, sind aber auch aus Plastik und fressen zudem Strom. Auch die Aluschälchen von Teelichtern sind überflüssig, denn Teelichter kannst du auch ohne Verpackung bekommen und kannst diese in Glasschälchen stellen.

Weitere nachhaltige Deko-Inspiration bekommst du übrigens morgen auf Nira’s Blog. Und wenn du Dinge verschenkst, verpacke sie entweder gar nicht oder nachhaltig und vor allem ohne Plastikschleife oder durchsichtige Folie. Schöne Alternativen wird dir Cordula auf ihrem Blog am 12. Dezember liefern. Gestern gab es auf Miriam’s Blog selbstgemachte Körperpflege – less waste Version. Versuche durch natürliche Alternativen oder das Weglassen Mikroplastik in der Weihnachtszeit und im Alltag so gut zu vermeiden, wie es geht. Jeder kleine Schritt zählt.

 

Du siehst, es gibt einige Plastikfallen in die du leicht tappen kannst. Falls du beim Einkaufen, speziell bei Kosmetika, vermehrt darauf achten möchtest eben nicht in diese zu tappen, empfehle ich dir die App Codecheck (ich werde nicht gesponsert). Mit dieser kannst du den Barcode von Produkten scannen und bekommst eine Bedenklichkeitseinstufung unter Nennung der jeweiligen Inhaltsstoffe. Da diese für den Otto-Normal-Verbraucher allerdings eher kryptisch sind, kannst du diese antippen und erhältst eine verständliche Erklärung.

Falls dich das Thema nachhaltige und faire Kleidung interessiert rate ich dir, am 15. Dezember nochmal auf dem Blog vorbeizuschauen.

 

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