Liebe ist etwas Schönes – daran bestehen keine Zweifel. Im Prinzip sollte also eigentlich jeder Tag der Liebe gewidmet sein. Und doch gibt es ihn: den Valentinstag. Ähnlich wie an Weihnachten werden Geschenke regelrecht erzwungen, Partner unnötig unter Druck gesetzt und überteuerte Geschenke gemacht. Du siehst, ich halte nicht viel von diesem Tag. Nachhaltigkeit am Valentinstag? Fehlanzeige. Warum, das verrate ich dir heute und gebe dir ein paar nachhaltige Tipps, falls du doch etwas für deine*n Liebste*n tun möchtest.

 

Zwischen Konsum und Nachhaltigkeit am Valentinstag

Schauen wir uns nun einmal genauer an, was genau am Tag der Liebe, neben dem eigentlichen Konsum, der allein schon kritisierbar ist, denn so schief läuft in Sachen Nachhaltigkeit.

 

Sag nein zu Rosen aus Ostafrika

Rosen sind ein besonders beliebtes Geschenk am Valentinstag. Viele lassen sich auch von den plötzlich rapide gestiegenen Preisen nicht abschrecken, um der Liebsten (oder dem Liebsten) ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Wenn du jedoch aktuell in die Vorgärten und Gärten schaust, wirst du eines ganz sicher nicht finden: Rosen. Diese haben in europäischen Februar nämlich gar keine Saison. Klar, es gibt Gewächshäuser, die da Abhilfe schaffen, aber wie nachhaltig (bzw. nicht) diese sind, brauchen wir an dieser Stelle nicht zu diskutieren.

Ein Glück, dass es klimatisch freundlichere Länder gibt, mit Menschen, die gewillt – hust, gezwungen, hust – sind ihre Arbeitskraft zu Dumpingpreisen zur Verfügung zu stellen. Ja, genau das passiert aktuell in ostafrikanischen Ländern wie Kenia. Kenia ist eines der Länder, in denen der Anbau von Rosen boomt.

Und als sei die Ausbeutung humanitärer Ressourcen nicht schon schlimm genug, so werden zur Rosenzucht Unmengen an Wasser benötigt, die mit Pestiziden verseucht wieder in den Wasserkreislauf gelangen. Aufgrund des extremen Verbrauchs wird indigenen Völkern, wie z.B. dem bekannten Massai Stamm, der Zugang zu Wasser erschwert und teilweise verwehrt. Selbiges gilt natürlich auch für Tiere.

Man könnte diese Tatsachen ignorieren und damit argumentieren, dass die Menschen ja Arbeit haben. Das ist teilweise auch richtig. Aber die Investoren kommen fast immer aus Europa, wo sie auch ihre Gewinne einstreichen. Dennoch geben sie nur einen Billiglohn an die Arbeiter vor Ort weiter. Im Gegensatz zu den einheimischen Investoren erhalten sie das Anbauland zudem zu subventionierten Preisen – dies macht es Einheimischen erheblich schwerer und der einheimische Markt wird umgangen.

 

Plastik Pralinen

Ein weiteres beliebtes Geschenk sind Pralinen. Es ist gemeinhin bekannt, dass Schokolade nicht in Europa wächst und von weit her gebracht werden muss. Auch ich komme auch nur schwer ohne Schokolade aus. Seitdem ich aber 2015 in Ecuador war, einem Land, das Schokolade anbaut, sehe ich das braune Gold etwas anders. Warum? Dort produzierten die Einheimischen ausschließlich für das Ausland. Ich war der naiven Auffassung, dass ich dort die tollste und leckerste Schokolade finden würde – nichts da. Lindschokolade und ein paar eklige Billigmarken fand ich dort. Ich habe zudem das Gefühl, dass das Fairtrade Siegel für Schokolade mittlerweile inflationär gebraucht wird, sodass ich mir nicht mehr so sicher bin, ob man dem Ganzen noch trauen kann.

Das aber nur als kleiner Exkurs zur Herkunft. Denn was noch viel offensichtlicher ist beim Verschenken von Pralinen ist die aufwendige Verpackung. Da haben wir die Plastik-Inlays, die verhindern, dass die Pralinen durcheinanderfallen und nicht mehr so hübsch aussehen. Obendrauf ist dann meistens etwas, das wie Luftpolster-Papier aussieht und manchmal auch Kunststoff enthält. Um die Plastik-Inlays und Co. findest du die eigentliche Verpackung aus Pappe, die von außen allerdings auch nur so schön glänzt, da sie in Plastik ummantelt wurde. Und als sei das noch nicht genug, kommt das Paket in Folie eingepackt – wegen der Frische und so. Du siehst, das ist ganz schön viel unnötiges Zeug für einen kurzen Genuss.

 

Alternativen für mehr Nachhaltigkeit am Valentinstag

Alternative: Jeder Tag ist Valentinstag. Spaß beiseite. Für mich steht es vollkommen außer Frage, dass Valentinstag keiner Geschenke bedarf. Falls du das jedoch anders siehst, was vollkommen okay ist, dann sind gemeinsame Erlebnisse natürlich immer eine gute Sache. Massagen, Spaziergänge, ein Kurztrip – was auch immer deiner*m Partner*in gefällt ist hier immer richtig. Auch etwas gemeinsam neu erlernen ist ein schönes, verbindendes Erlebnis. Vielleicht wolltet ihr ja schon länger mal etwas neues ausprobieren oder erlernen.

Falls es unbedingt Blumen sein sollen, verschenke doch eine Zimmerpflanze in einem schönen Topf. Ein weiterer Vorteil daran ist, dass die beschenkte Person auch lange etwas hat. Es sei denn, sie ist ich und hat keinen grünen Daumen. Das ist aber ein anderes Thema.

Auch Kulinarisches muss nicht gänzlich ausgeklammert werden. In Unverpackt Läden gibt es Schokolade und oft auch Pralinen oder Kekse. Letztere kannst du auch wunderbar in Herzform kostengünstig und nachhaltig und bei Bedarf sogar vegan backen. Ich habe vegane Süßigkeiten Boards bei Pinterest welche ich dir hier einmal als Inspiration verlinke. Schokolade bleibt natürlich nach wie vor weniger nachhaltig, aber zumindest kommt sie nicht in Plastik daher. Oder überrasche den*die Liebste*n mit einem selbst gemachten Frühstück, Abendessen oder einer lieben Lunchbox für die Arbeit.

 

 

Anmerkung: Das Titelbild ist von Pexels.