Ich gebe zu, ich bin ein organisiertes Chaos. Das spiegelt sich in unserer Kölner Wohnung wider. Alles ist irgendwie nicht richtig ordentlich, aber auch nicht aufgeräumt. Das wollte ich diesen Monat ändern und war voller Tatendrang, schoss alle „vorher“ Fotos, um dir jetzt „nachher“ Bilder zeigen zu können. Dann fiel mir auf, dass ich die Hälfte des Monats unterwegs sein werde. Daher habe ich tatsächlich nicht alles geschafft und ich muss die große Vorher-Nachher-Enthüllung nachholen, sobald ich wieder einen normalen Alltag ohne Reisen und Examens-Festivitäten habe – vergangene Woche war ich nämlich nur im Dunkeln zu Hause vor lauter Arbeit und Termine. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, richtig?

Dennoch habe ich im Organize October einiges gelernt.

1. Loslassen

Kennst du das: Du hast einen Gegenstand zu Hause, der überhaupt keinen Zweck erfüllt, noch nicht einmal dekorativ zu deiner Einrichtung passt? Vielleicht ein Geschenk? Mir fällt es unheimlich schwer, mich von diesen Gegenständen zu trennen. Manchmal denke ich, dass ich dieses eine Teil bestimmt noch einmal brauche oder aber, dass ich die schenkende Person damit verletzte, wenn ich mich von seinem*ihren Geschenk trenne.

Mittlerweile wissen die meisten meiner Freunde*innen, dass ich keinen Wert auf gegenständliche Dinge lege. Wenn, dann akzeptiere ich noch Verbrauchsgegenstände. Aber was sollte ich mit den alten Schlüsselanhängern, Urlaubsmitbringseln und Co machen? Ich habe sie nicht weggeworfen, sondern weiter verschenkt. Die Dinge, für die mir kein*e passende*r Empfänger*in einfiel, habe ich in eine Box gepackt und vor meine Haustür gestellt; daran ein großes Schild „zu verschenken“. Es hat keine Stunde gedauert und die Teile waren bei jemand anders, der*die es nun erfreut.

Ich musste mir immer wieder bewusst machen, warum es mir bei so vielen Sachen so schwer viel, mich zu trennen. Alles was keinen Nutzen für mich stiftet oder mir Freude bereitet sollte also gehen. Diese Erkenntnis war für meinen Organize October essenziell.

2. Nichts mehr ansammeln lassen

Damit ich mich eben nicht mehr stundenlang mit Ausmisten beschäftigen muss, werde ich in Zukunft viel früher über den Verbleib von Dingen entscheiden, die in meine Wohnung einziehen. Zu diesem Zweck habe ich eine Clutterbox eingerichtet, in der alles erstmal für einen Monat landet. An jedem ersten eines Monats schaue ich dann in diese Box und entscheide über

Außerdem muss ich mir dringend angewöhnen, Unterlagen gleich abzuheften und nicht erst zu sammeln. Da ich aber ein Gewohnheitstier bin, werde ich erstmal den Ablage-Mittwoch einführen. An diesem Tag werden alle Dokumente verräumt. Die sich in der Woche angesammelt haben – sowohl von mir als auch von meinem Mann.

Bereits erfolgreich abgewöhnt habe ich mir das Ansammeln von Nahrungsmitteln. In unserem Haushalt gibt es bis auf Gewürze, Reis, Masalas, Nudeln und Hülsenfrüchte kaum etwas, das eingelagert wird. Das ist zum Teil auch meinem Less Waste Lebensstil geschuldet, dem sich mein Mann langsam unterwirft 😉

3. Die Ruhe der Ordnung

Der Organize October hat mit vor allem gezeigt, wie viel weniger Stress ich mit weniger Zeug um mich herum habe. Ein aufgeräumtes, ruhiges zu Hause überfordert unsere Sinne nicht so sehr, wie allerhand Schnickschnack der sich in unserem Sichtfeld befindet. Außerdem habe ich, aufgrund der Tatsache, dass ich nicht alles so geschafft habe, wie ich es mir vorgestellt habe, gelernt, auch einmal die Ruhe zu bewahren. Nicht alles muss auf Biegen und Brechen durchgesetzt werden.

 

Der Organize October – ein Start für mehr

Ich denke, aufgrund der neuen Erkenntnisse dieses Monats wird sich einiges in unserem Haushalt ändern. Mein Wunsch wäre, noch weniger Zeugs in der Wohnung zu haben. Ein Glück habe ich einen Minimalisten zum Mann, das vereinfacht mir das Ganze.

Weniger Einfach wird es mit meinem „Altargeschenk“ (so nannte eine ehemalige Arbeitskollegin ihren Mann, was ich bis heute irgendwie witzig finde) im kommenden Monat, weil es zwar minimalistisch aber alles andere als Zero Waste unterwegs ist. Der November soll nämlich unter dem Motto „No Waste November“ stehen. Dazu gibt es jeden Freitag nützliche Tipps auf meinem Instagram Account, schaut also unbedingt dort vorbei.