Nachdem ich mich in meinen letzten Posts den ersten veganen Mythen gewidmet habe, möchte ich heute ein Thema ansprechen, mit dem viele hier in Deutschland zu kämpfen haben: Winterdepression. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mir kommt dieser Winter sehr lang und sehr sehr grau vor. Obwohl für das kommende Wochenende endlich wieder warme Temperaturen und Sonne vorhergesagt werden, gehen viele von uns bereits jetzt stimmungstechnisch auf dem Zahnfleisch und wissen nicht so recht warum.

 

Sonnenschein ist ein Muntermacher

Es ist tatsächlich so. Als ich damals für kurze Zeit in Los Angeles war, fiel mir auf, wie gut gelaunt die Menschen dort waren. Selbst im Feburar keine Spur von Winterdepression. Böse Zungen mögen jetzt behaupten, dass dies auf die Legalisierung bestimmter „Substanzen“ zurückzuführen sei. Als ich mich in einem Gespräch verwickelt wieder fand, fragte ich danach und bekam als Antwort: „Hier ist es das ganze Jahr über sonnig. Wie kann man da schlechte Laune haben?“ Zugegeben, ganz so einfach ist es dann vermutlich doch nicht. Aber ich fand die Antwort dennoch interessant. Mir geht es in sonnigen Gebieten schließlich auch immer gut. Aber woran liegt das?

Schuld daran ist unter anderem Vitamin D, genauer gesagt D3, auch bekannt als 25-Hydroxy-Vitamin-D3. Dieses bildet unser Körper vor allem durch Sonneneinstrahlung. Obwohl es Nahrungsmittel gibt, die Vitamin D bilden, wäre z.B. ein Kilo fetter Fisch notwendig, um auf gute Werte zu kommen. Da du vermutlich, wie ich, vegan oder vegetarisch lebst, kommt das ohnehin nicht in Frage. Laut meinem Hautarzt bringt auch die Sonnenbank nichts, also habe ich mich gefagt, was wir in den kühleren Breitengraden tun können.

 

Was ist, wenn uns Sonne fehlt?

D3 hilft bei vielen verschiedenen Vorgängen im Körper und ist ein oftmals vernachlässigtes Vitamin. Bisher war es vor allem dafür bekannt, den Aufbau von Knochen, Zähnen und Gelenken zu unterstützen, nicht zuletzt, weil es auch die Aufnahme von Calcium im Darm steuert. Zudem ist D3 wichtig für ein intaktes Immunsystem und die Abwehr von Infekten. Es hilft dem Körper bei der Reduktion von Entzündungen. Außerdem, und nun wird es interessant für das körpereigene Stimmungsbarometer, unterstützt das Vitamin das hormonelle Gleichgewicht, reduziert Stress und verbessert Schlaf, unsere Leistungsfunktion sowie unsere Lebensfreude. Da haben wir es also. Fehlt uns die Sonne, fehlt uns gleich eine ganze Menge Unterstützung. Wir kommen schlecht aus dem Bett, unsere Konzentrationsspanne gleicht der eines Goldfisches (Funfakt: sie beträgt 2 Sekunden) und wir sind schlecht drauf. Das kommt dir bekannt vor? Tadaaa, da ist sie, die Winterdepression. Oder zumindest depressive Winterverstimmungen.

 

Was kann ich gegen eine Winterdepression tun?

Die gute Nachricht: Vitamin D3 kann von Körper gespeichert werden und uns dabei helfen, gut durch den Winter zu kommen. Das setzt jedoch voraus, dass wir im Frühjahr und Sommer genug Sonne getankt haben. Experten empfehlen, 15 Minuten tägliches Sonnenbaden des Gesichts und der Arme ohne Sonnencreme. Vor allem Sunblocker können, wie der Name schon erahnen lässt, die Sonne so sehr von unserer Haut abschirmen, dass wir kein Vitamin D bilden können. Sollte bei dir ein Vitamin D3 Mangel festgestellt worden sein, kannst du auch Präparate aus der Apotheke den Winter über einnehmen. Dies sollte vorher mit dem behandelnden Arzt bzw. Ärztin abgesprochen werden.

Es sei an dieser Stelle auch zu erwähnen, dass du dir bei einer ausgeprägten Depression unbedingt professionelle Hilfe suchen solltest. Denn die folgenden Tipps können in diesem Fall vielleicht ein wenig Linderung verschaffen, nicht aber die Ursache beheben. Das “Gute” an einer Winterdepression ist nämlich, dass sie nur kurzzeitig auftritt und mit ein paar Tricks überwunden oder zumindest gelindert werden kann. Inwiefern eine Winterdepression zu einer richtigen Depression avancieren kann, vermag ich als Laie nicht zu beurteilen.

 

Was kann ich im Alltag tun?

Warm einpacken und rausgehen! Auch frische Luft und Bewegung haben einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden. Hältst du die meiste Zeit des Tages drinnen auf, so kann ein Arbeitsplatz am Fenster und ein kleiner Spaziergang in der Pause bereits kleine Wunder bewirken. Ich gehe täglich einen Kilometer zur Bahn, die mich zur Schule bringt und den gleichen Weg zurück. Sollte es das Wetter zulassen, das heißt, nicht regnen, gehe ich auch schon mal eine kleine Runde während einer Freistunde spazieren.

Sport, egal ob vor oder nach der Arbeit oder am Wochenende, ist ebenfalls immer eine gute Idee. Sobald der Regen aufhört, ziehe ich mir neuerdings wieder meine Laufschuhe an und laufe locker für etwa 4 Kilometer und das, je nach verfügbarer Zeit, 2-3 mal die Woche. Zum Glück bleibt es jetzt wieder länger hell, sodass ich auch mal eine spätere Runde drehen kann. Denn im Dunkeln laufen behagt mir irgendwie nicht. Außerdem mache ich täglich mindestens 20 Minuten Yoga zu Hause und gehe etwa 2 mal pro Woche zu einem Yogakurs. Für den Sommer habe ich übrigens outdoor Yogakurse in Köln geplant, freu dich drauf 🙂 Ich werde dich bei Facebook darüber informieren.

Eine gesunde Ernährung mit ausreichend frischem Obst und Gemüse sollte ebenfalls an der Tagesordnung sein. Ich sehe täglich zu, dass ich mit jeder Mahlzeit etwas Frisches zu mir nehme. Zudem koche ich nahezu ausschließlich selbst. Somit kann ich beeinflussen, was ich zu mir nehme, denn leider sind die meisten Fertigsachen, auch die „Bio“ sind, stark verarbeitet und/oder enthalten Unmengen an Zucker. Je weniger Nahrung verarbeitet wird, desto besser.

Falls du die Möglichkeit hast, im Winter zu verreisen, kann ich dir nur wärmstens empfehlen (wärmstens höhö), dies zu tun. In der südlichen Hemisphäre herrscht in unserem Winter nämlich Sommer. Welche Länder ich dort bereits bereist habe und welche drei ich dir besonders empfehlen kann, erfährst du in diesem Post. Meines Erachtens ist das der beste Weg, eine Winterdepression durch Freude zu ersetzen.

 

Ich hoffe, dieser Artikel war hilfreich für dich und hilft dir, aus dem Wintertief herauszukommen. Vielleicht kommt er ein bisschen zu spät dieses Jahr, aber der nächste Winter kommt bestimmt…

 

Quelle: Zentrum der Gesundheit